360 Grad Moers

Moers: 360 Grad Moers

Noel Schäfer und Martin Pietrowski erstellen 360-Grad-Panoramen. Sogar virtuelle Stadtrundgänge werden so möglich. Auf das Abitur folgte der Schritt in die Selbstständigkeit.

Ferne Orte und bekannte Sehenwürdigkeiten auf eigene Faust entdecken - für viele ein Traum, der sich in der heutigen Zeit durch die Möglichkeiten des Internets ohne viel Aufwand realisieren lässt. Die Skyline von New York, ein Traumstrand in der Karibik oder das Brandenburger Tor sind mittlerweile nur noch wenige Klicks entfernt. 360-Grad-Ansichten lassen diese Orte interaktiv erlebbar werden. Immer häufiger verwenden auch Unternehmen diese Möglichkeit, Produkte und Firmenstandorte auf ihren Internetseiten zu präsentieren.

Foto: Christoph Reichwein (crei)

Der Markt dafür ist hier in der Region noch relativ jung - und genau diesen Umstand haben Noel Schäfer und Martin Pietrowski aus Moers für sich genutzt. Die beiden 19-Jährigen haben nach ihrem Abitur am Gymnasium Rheinkamp im vergangenen Jahr nicht lange gezögert und das Unternehmen "telepano" gegründet. Sie erstellen virtuelle 360-Grad-Panoramen verschiedenster Art und bieten ihren Kunden damit eine völlig neue Art der Produktpräsentation. "So können wir das Erlebnis bieten, jemanden direkt in die Szenerie zu versetzen und zum Entdecker werden zu lassen.", erklärt Noel Schäfer.

Die technische Umsetzung ist relativ einfach: Vom zu präsentierenden Objekt werden zwölf Fotos aus verschiedenen Perspektiven aufgenommen. Diese Bilder werden hinterher zu einem Panorama zusammengesetzt. Mit der virtuellen Darstellungsform kamen beide schon zu Jugendzeiten in Kontakt. "Wir haben schon während der Schulzeit im Auftrag einer Marketing-Agentur diese Panoramen erstellt. Nachdem unsere Dienste allerdings nicht mehr gebraucht wurden, haben wir die Gelegenheit genutzt und uns selbstständig gemacht", sagt Noel Schäfer. Beide nahmen für ihr Startkapital einen Privatkredit auf, erstellten den Businessplan und erledigten die notwendigen Behördengänge. Da Schäfer als BWL-Student gleichzeitig bei der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf eingeschrieben ist, suchte er den Kontakt zum dortigen Gründernetzwerk. "Wir hoffen, dass wir von dieser Stelle demnächst auch gefördert werden."

Im vergangenen Oktober konnte es dann losgehen. Und den beiden Jungunternehmern gelang direkt ein verheißungsvoller Start. Einige Projekte konnten bereits in die Tat umgesetzt werden. Ein Auftraggeber war unter anderem die Stadt Moers, die sich von den beiden einen virtuellen Stadtrundgang entwickeln ließ. Da beide neben ihrem Unternehmertum aber auch noch ein Studium zu bewältigen haben, können sie sich nicht über zu wenig Beschäftigung beklagen. "Jede freie Minute nutzen wir, um unsere Projekte voran zu treiben. Da vieles sehr einfach am Laptop erstellt werden kann, nutze ich beispielsweise Zugfahrten oder Freistunden für die Bearbeitung unserer Kundenwünsche", berichtet Schäfer. Die Erstellung eines Panoramas nimmt je nach Größe bis zu 20 Stunden Anspruch. "Allerdings stellen wir unseren Kunden das Ergebnis spätestens innerhalb einer Woche zur Verfügung."

Aktuell arbeiten beide an einem Projekt, dass einen sogar durch das Weltall spazieren lässt. "Auf Basis von NASA-Daten entwickeln wir momentan virtuelle Rundgänge über die Planeten unseres Sonnensystems. Wir wollen damit einfach zeigen, was mit dieser Technik alles machbar ist", berichtet der 19-jährige Jungunternehmer.

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Für das neue Jahr haben sich die beiden das Ziel gesetzt, ihre Firma zu einem festen Standbein werden zu lassen. Und an neuen Ideen mangelt es nicht. "Demnächst wollen wir auch 360-Grad-Videos anbieten, einzelne Veranstaltungen können so noch interaktiver und intensiver erlebbar gemacht werden", erklärt Schäfer.

Mittelfristig wollen er und sein Geschäftspartner Pietrowski ihr Unternehmertum zu einem gewinnbringenden Geschäftsmodell ausbauen. Daher hoffen beide, dass sich ihre Art der Produktpräsentation in naher Zukunft noch stärker durchsetzen und für Werbetreibende zum festen Bestandteil des Marketing-Repertoires entwickeln wird.

Noel Schäfer und Martin Pietrowski haben bereits in jungen Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Zu der Website des Unternehmens geht es hier.

Fachkompetente Hilfe für angehende Unternehmer bietet Heidi Kopatz von der Existenzgründungsberatung des Kreises Wesel. Die Expertin informiert unter anderem auch über finanzielle Förderungsmöglichkeiten. Telefon: 0281 207 3003. Die Website der Existenzgründerberatung erreichen Sie hier.

(p-m)
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