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Moers: 30 Prozent mehr Hilfeanträge in der Schwangerenberatung

Moers : 30 Prozent mehr Hilfeanträge in der Schwangerenberatung

Im Sekretariat der evangelischen Beratungsstelle Duisburg/Moers in Duisburg-Hamborn steht das Telefon selten still. "Guten Tag, was kann ich für Sie tun?" fragt die Sekretärin die Anruferin.

Schnell wird klar, dass diese ihre Freundin zur Schwangerenberatung anmelden möchte und sich auch gleich bereit erklärt, beim Gespräch zu dolmetschen. Die Sekretärin erklärt, was die Klientin zum ersten Termin mitbringen soll, zum Beispiel den Mutterpass. Sie winkt Anke Jäger, der Leiterin der Beratungsstelle kurz zu.

Anke Jäger hat ihren ersten Jahresbericht als Leiterin der Beratungsstelle auf dem Tisch liegen. In 2016 haben sich insbesondere in der Schwangerenberatung - auch aufgrund der Flüchtlingssituation und der weiterhin hohen Anzahl von Menschen aus Südosteuropa in Duisburg - die Anträge auf finanzielle Hilfen für schwangere Frauen aus der Bundesstiftung "Mutter und Kind" und dem landeskirchlichen Härtefond um 30 Prozent auf 868 erhöht. "Besonders für schwangere Frauen aus Flüchtlingsländern ist der Beratungsbedarf enorm hoch. Viele Frauen wissen überhaupt nicht, wie unser System funktioniert. Hinzu kommen Sprachbarrieren, die es oftmals erfordern, Dolmetscher hinzuzuziehen", weiß Jäger.

Seit 1979 gibt es die "Psychologische Beratung in Erziehungs-, Familien-, Ehe/Partnerschafts- und Lebensfragen und Schwangerschaftskonfliktberatung" in der stabilen Trägerschaft der beiden evangelischen Kirchenkreise Duisburg und Moers.

"Wir beobachten, dass die Problemlagen, mit denen die Ratsuchenden zu uns kommen, immer komplexer werden", sagt Jäger. So nehmen auch immer mehr Menschen nach Gewalterfahrung die Beratung in Anspruch, ebenso Familien, in denen der Verdacht des sexuellen Missbrauchs eines Kindes im Raum steht.

Erkennbar ist, dass die Bereitschaft der Opfer gestiegen ist, sich Hilfe und Beratung zu holen. Ob insgesamt die Zahlen in diesem Bereich angestiegen sind, vermag Anke Jäger nicht zu beurteilen.

Informationen zur Beratungsstelle gibt es im Internet unter der Adresse www.ev-beratung.de und unter Telefon 02841 9982600 in Moers und 0203 990690 in Duisburg, jeweils in der evangelischen Beratungsstelle vor Ort.

(RP)