Moers: 24 Stunden - für einen kompletten Kurzfilm

Moers : 24 Stunden - für einen kompletten Kurzfilm

Zum zehnten Mal fand das Spontanfilmfestival statt. Drei Gruppen gingen an den Start. Am Samstagabend zeigten die Teilnehmer ihre Ergebnisse auf der Wiese vor dem Moerser Schloss.

Einen Tag, mehr Zeit hatten die drei sechsköpfigen Gruppen des diesjährigen Moerser Spontanfilmfestivals an diesem Wochenende nicht, um einen originellen Kurzfilm zu drehen. Am Samstagabend zeigten sie ihre Ergebnisse mit Einbruch der Dunkelheit auf der Wiese vor dem Moerser Schloss.

Es war die inzwischen zehnte Premiere des einst von dem Moerser Informatik-Studenten Andreas Dzialocha ins Leben gerufenen und später vom städtischen Jugendbüro weitergeführten Festivals. Doch bevor es dazu kam, hatten die jungen Filmemacher am Samstagvormittag noch eine Menge zu tun.

Nachdem die drei durch ein Losverfahren zusammengestellten Filmcrews am Freitag zunächst ihre Filmideen und das Drehbücher entwickelt hatten, wurde anschließend gedreht, und nun galt es zum Schluss, die aufgenommenen Szenen mit einer entsprechenden Musik - beziehungsweise Geräuschkulisse - zu untermalen. Eine Arbeit, für die den drei Teams diesmal kein Geringerer als der einstige Festivalinitiator Andreas Dzialocha zur Verfügung stand.

Die Gruppe mit dem - ebenfalls zugelosten - Titel "Make Moers" machte den Anfang. Die Mitglieder hatten sich für ihren Film eine Geschichte rund um einen jungen Schauspieler ausgedacht, der seine Freundin vor dem Traualtaltar verlassen hatte und nun mit ihr zusammen einen Werbespot über eine neue Parfüm-Marke drehen sollte.

Zur Vertonung stand in diesem Fall die auf einem großen Wandschirm immer wieder aufs Neue wiederholte Werbeszene an, in der Macho "Danny Danger" (Sebastian Brunn) und seine unfreiwillig verflossene Braut (Jasmin Spieß) zusammen die neue Duftkreation "Weihwasser 69" präsentieren sollten.

"Können wir da vielleicht ein leises 'Plingpling' unterlegen?", schlug Jasmin Spieß vor, nachdem Teammitglied Marvin Baudewig zuvor mit ein paar flinken Fingerübungen einige ziemlich schrill-metallische Töne auf dem erstaunlich kleinen, vor ihm auf einem Stehtisch befindlichen Toncomputer erzeugt hatte. "Das ist schon ganz gut, aber ich schlage noch ein paar wärmere Rhythmustöne dazu vor", meinte Andreas Dzialocha und übernahm anschließend kurzzeitig die Steuerung der akustischen Mini-Tonanlage.

"Ja, genau! Können wir das gleich für die Szene festhalten, wo der Kameramann genau auf uns beide draufhält?", stimmte Jasmin Spieß zu. "Jetzt brauchen wir aber noch ein paar Werbetöne." Marvin Baudewig entlockte dem Toncomputer daraufhin ein leises, rhythmisches Wimmern, dem plötzlich ein einzelner heller Ton folgte. "Oh gut!" Auch damit war Jasmin einverstanden.

"Aber die übrige Untermalung ist mir immer noch irgendwie zu unruhig." Diesmal versuchte die schwedische Komponistin Marta Forsberg, eine Freundin von Andreas Dzialocha, der "Weihwasser"-Präsentation die gewünschte Tonlage zu verleihen. Mit Erfolg. Am Ende waren alle Mitglieder des "Make Moers"-Teams zufrieden und überließen das improvisierte Tonstudio in den Räumen des städtischen Jugendbüros der nächsten jungen Filmcrew.

"Total wahnsinnig und gleichzeitig ganz entspannt", beschrieb Andreas Dzialocha die kreative Atmosphäre zwischendurch: "Jede Gruppe hat ihre ganz eigene Dynamik. Und was mir besonders gut gefällt, ist, dass ich hier nicht der große Initiator und Akustikmacher, sondern nur ein ganz normales Gruppenmitglied bin."

(lang)
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