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1300 Gäste erleben einen lustigen Abend in der Morser Enni-Eventhalle

1300 Gäste erleben einen lustigen Abend in der Morser Enni-Eventhalle : Torsten Sträter und die Sache mit dem roten Faden

1.300 Fans des Humors unter der Wollmütze erleben einen außergewöhnlichen Abend in der Enni-Eventhalle.

Ein roter Faden ist wie ein roter Teppich: ganz nett, wenn man einen hat. Man kann ihn aber auch weglassen. So ungefähr fühlt sich Torsten Sträters Auftritt vom vergangenen Samstagabend an. Sträter selbst behauptet: „Der Abend hat ‘nen roten Faden“, auch wenn das den meisten Gästen erst nächste Woche auffallen werde. Davor möchte er die Zuschauer einfach zum Lachen bringen.

Der Mann mit der schwarzen Woll-Mütze hat sein neues Programm „Es ist nie zu spät, unpünktlich zu sein“ mitgebracht – es fängt nur zwei Minuten zu spät an, hört dafür aber statt um zehn Uhr um zehn vor elf auf. Sträter, Meister des Abschweifens, kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen, erzählt am Rande von mutig gemusterten Hotelteppichen und leckerem Raclette, wechselt wieder und wieder das Thema; seine Geschichte über Kaffeepads beendet er erst, nachdem ihn eine Zuschauerin daran erinnert hat.

In einer anderen Geschichte geht es um Starbucks-Kaffee und Plastikvermeidung, und erst nach einer gefühlten Ewigkeit und ausladenden verbalen Umwegen kommt er zur Pointe, die eigentlich gar keine ist. Aber es geht ja im Grunde eh um den Weg dorthin. Der Komiker ist spontan, improvisiert, reagiert aufs und unterhält sich mit dem Publikum, was den Zuschauern gut gefällt. „Das ist mehr, als Witze auswendig zu lernen“, sagt Stefan Basso, „das ist große Kunst.“

Basso ist zuständig für jene Comedy-Veranstaltungen des Jugendkulturzentrums Bollwerk 107, die wie diese in der (laut Sträter „potthässlichen“) Enni-Eventhalle stattfinden. Er sagt, eine solche Veranstaltung für 1300 Leute zu organisieren sei kaum aufwendiger als zu Hause im Bollwerk. Der Sträter-Abend war seit einem halben Jahr ausverkauft.

Es ist „ein bisschen Beklopptenhumor“, sagt Sträter, was er da mit seiner rauen Stimme erzählt, es ist teilweise albern, teilweise komplett sinnfrei („Kikeriki“, sagt Sträter), dann trifft ein einfach so dahin gesagter Spruch das Thema besser, als jedes Lexikon das könnte. Und seine wiederkommenden Gags, roter Faden hin oder her, halten den Abend zusammen. Sträter in Bestform. Die Zuschauer lachen, sobald er drei Wörter gesprochen hat, egal welche – wenn einer lacht, lachen alle, die gute Laune ist ansteckend. So sehr, dass Sträter für eine halbe Minute lachend auf der Bühne sitzt und kaum reden kann. „Sie haben mich echt beflügelt“, sagt er dem Publikum gegen Ende.

Am 30. November 2019 kommt Torsten Sträter mit einem neuen Programm zurück in die Eventhalle. Die Karten kosten im Vorverkauf 26 Euro.