Mönchengladbach: Zwölf Jahre Gefängnis für Kinderschänder

Mönchengladbach : Zwölf Jahre Gefängnis für Kinderschänder

Das Gericht hat gestern einen Familienvater verurteilt, weil er sich jahrelang am Sohn vergriffen hatte. Er wurde noch im Saal verhaftet.

Bereits zu Prozessbeginn hatte der Mönchengladbacher (48) ungerührt alle Anklagevorwürfe bestritten. Doch die Staatsanwältin warf dem Vater eines inzwischen 20 Jahre alten Sohnes vor, sich bereits seit dessen fünften bis sechsten Lebensjahr an ihm vergangen zu haben. Konkret benannte die Anklage allerdings Missbrauchs- und Vergewaltigungstaten im Sommer 2002 und im August 2008. Zeugenaussagen ließen erkennen, dass der 48-Jährige der "Herrscher in der Familie gewesen war. Was er sagte, wurde getan". Dazu gehörten offensichtlich Schläge und vor allem sexuelle Gewalt. Dass davon am Ende Gericht und Staatsanwältin überzeugt waren, war auch das Verdienst einer Glaubwürdigkeits-Gutachterin. Sie hatte gestern die Aussage des 20-Jährigen als völlig glaubhaft, konstant und widerspruchsfrei erklärt. Der aussagetüchtige Sohn habe das Familiengefüge detailliert geschildert. So habe sich der 20-Jährige an eine besonders hässliche Szene erinnert, als ihn der Vater zum Oralverkehr gezwungen habe. Plötzlich sei seine Schwester ins Zimmer gekommen. Das habe den Angeklagten zu dem Ausspruch veranlasst: "Deine Schwester macht jetzt für dich weiter. Du bist abgelöst." "Das war keine Falschbelastung", hieß es am Ende des Glaubwürdigkeitsgutachtens.

Stur bestritt der Gladbacher bis zum Schluss die Übergriffe. Dabei war er bereits 2011 zu einer anderthalbjährigen Haftstrafe verurteilt worden, weil er sich an seiner Nichte vergriffen hatte. Gestern erhielt er wegen schwerer Vergewaltigung und schweren sexuellen Kindesmissbrauchs insgesamt zwölf Jahre Haft, die noch zwei frühere Strafen enthalten. Noch im Gerichtssaal wurde der nach wie vor schweigende Mann verhaftet und ins Gefängnis gebracht.

(RP)