Serie Was Macht Eigentlich?: Zweimal Deutscher Meister der Feuerwehren

Serie Was Macht Eigentlich? : Zweimal Deutscher Meister der Feuerwehren

18 Jahre, von 1980 bis 1998, hat Alfred Schmölders an der Spitze der Mönchengladbacher Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr gestanden. Er hat Bewährtes übernommen, so auch die in der Stadt beliebte "Hermanns Feuerwehrkapelle", nach seinem Vorgänger Hermann Fretlöh benannt. Er hat vor allem aber für so manche Neuerung gesorgt, darunter einige, die dann in anderen Städten der Republik übernommen wurden. "Wir haben den Prototyp eines Kleinlöschfahrzeuges entwickelt, das auch in engen Straßen eingesetzt werden kann. Oder den Wechsellader-Container, mit dem sehr schnell die jeweils nötige Ausrüstung zum Einsatzort gebracht wird. Und einen Rüstsatz-Prototypen, der sowohl löschen als auch Hilfestellung leisten kann. Diese Kombination hatte es bis dahin nicht gegeben", zählt Schmölders auf.

Als er 1980 kam, gab es in der Stadt kein ausreichendes Rettungswesen. Unter seiner Führung wurde das Notarztsystem eingeführt mit zwei an einem Krankenhaus stationierten Notärzten und einem Leitenden Notarzt. Es wurde der veraltete Fahrzeugpark der Feuerwehr modernisiert und deutlich vergrößert. Umwelt- und Katastrophenschutz kamen hinzu. Es wurden gute Kontakte zur Feuerwehr der britischen Rheinarmee im HQ und zu den niederländischen Wehren geschaffen, die sich bei gemeinsamen Einsätzen bewährt haben.

Alfred Schmölders intensivierte auch die sportliche "Ausbildung" seiner Leute; der Erwerb des Sportabzeichens wurde zur Pflicht. Was anfangs bei manchen auf Widerstand stieß, aber am Ende belohnt wurde, als die Mönchengladbacher Wehr zweimal Deutscher Meister wurde. "Es waren wunderschöne 18 Jahre", sagt er. Mit vielen Erfolgen, aber auch mit traurigen Erlebnissen, zum Teil sogar sehr schlimmen.

Den Einsatz beim Brand der Cellulose-Füllstoff-Fabrik in Lürrip 1991 mit fünf Toten kann er ebenso wenig vergessen wie den Tod zweier Kameraden bei einem Scheunenbrand in Giesenkirchen, als die Außenwand ohne Vorwarnung einstürzte. "Das war das Schlimmste", sagt Schmölders. Er erinnert sich an vier Flugzeugabstürze und eine Serie von Brandstiftungen, als die Textilindustrie wegbrach und das Wort vom "warmen Abbruch" der Fabriken die Runde machte.

(oes)