1. NRW
  2. Städte
  3. Mönchengladbach

Zwei Mönchengladbacher Studierende erhalten den Senatspreis für ihre Abschlussleistung

Studenten für Abschlussarbeiten geehrt : Zwei Studierende erhalten Senatspreis

Es ist eine besondere Ehre, die nur wenigen zuteil wird: Kathrin Weber und Christian Flachsenberg wurden für ihre Masterarbeiten vom Senat der Hochschule ausgezeichnet.

Den Senatspreis für Abschlussarbeiten, die im Jahr 2019 eingereicht wurden, haben nun fünf Studierende erhalten, zwei davon, Kathrin Weber und Christian Flachsenberg, an Fachbereichen in Mönchengladbach.

Kathrin Weber hat sich für ihre Masterarbeit am Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik mit smarten Textilien beschäftigt. Im Detail hat sie Möglichkeiten untersucht, wie in den Stoff eingewebte Elektroden dazu eingesetzt werden können, die Herzfrequenz eines Menschen zu beobachten, genauer: die Herzfrequenz von Feuerwehrleuten im Einsatz. „Wenn Feuerwehrleute im Einsatz sterben, dann meist an einem Herz-Kreislauf-Zusammenbruch“, sagt Weber. Da sei es von Vorteil, wenn der Einsatzleiter auf einem Monitor die Herzfrequenzen seiner Mitarbeiter beobachtete.

In der Theorie funktioniere das auch jetzt schon – vorausgesetzt jeder Feuerwehrmann trage einen Fitnesstracker am Brustgurt, erklärt Weber. Der schränke aber die Bewegungsfreiheit ein und jeder Tracker (deutsch: Verfolger) kann mit nur einem Handy verbunden werden. Webers Ansatz war es, elektrisch leitfähiges Garn in die Armbündchen der Schutzausrüstung einzustricken. Ein marktreifes Produkt hat sie zwar (noch) nicht entwickelt, aber viele wertvolle Erkenntnisse gewonnen. „Nahaufnahmen des Garns haben gezeigt, dass es schnell zu Brüchen im Faden kommt“, sagt Weber. Das Garn muss schließlich Bewegungen, Dehnungen, Drehungen, den industriellen Strickvorgang und die Waschmaschine aushalten. Für ihre Arbeit zeichnete der Senat Weber in der Kategorie „Anwendungsorientierung“ aus.

In der Kategorie Forschung wurde Christian Flachsenberg. Foto: Bauch, Jana (jaba)

Der Weg zur Auszeichnung zeigt, wie schwierig es ist, sie zu erlangen. Eine Bewerbung für den Senatspreis seitens der Studierenden ist nämlich nicht möglich. Der jeweilige Prüfer muss von der Abschlussarbeit seines Prüflings so überzeugt sein, dass er sie dem Prüfungsausschuss vorschlägt. Dieser unterbreitet dann wiederum einen Vorschlag je Kategorie dem Senat der Hochschule. Eine Jury aus Senatsmitgliedern entscheidet dann, welche Studierenden den Preis erhalten. Dieser ist, neben der hohen Auszeichnung, mit 1000 Euro dotiert.

In der Kategorie „Forschung“ wurde Christian Flachsenberg ausgezeichnet. Er schrieb seine Abschlussarbeit am Fachbereich für Wirtschaftswissenschaften über die Risiken einer Staatspleite am Beispiel Italiens. „Ich komme aus der Finanzindustrie. Makroökonomische Zusammenhänge fand ich schon immer interessant“, sagt Flachsenberg, der bei der Sparkasse als Bankkaufmann arbeitet.

Für seine Abschlussarbeit sah er sich den Zusammenhang an zwischen der Höhe der Staatsverschuldung und der Höhe der Zinsen, die der Staat zur Refinanzierung seiner Schulden zahlen muss. Bei dem Versuch, eine mathematische Herleitung zu finden, musste er feststellen: „Es gibt kein eindeutiges Ergebnis. Aber: Wenn der Staat nicht eingreift – oder andere Institutionen – steigen die Zinsen“, so Flachsenberg. Mario Draghis Rede etwa sei von entscheidender Bedeutung gewesen, das Sicherheitsgefühl wieder herzustellen und die Zinsen dadurch zu senken. Wie sich die Höhe der Zinsen entwickele, sei letztlich vom Gleichgewicht zwischen der vermuteten Sicherheit und dem Insolvenzrisiko des Staates abhängig.

Die Jury bescheinigte Flachsenbergs Arbeit eine Qualität, die an die von Dissertationen heranreiche. Seinen Preis teilte er sich mit einem weiteren Studierenden des Fachbereichs Chemie in Krefeld.