Mönchengladbach: Zwei langjährige Elternlotsen geben Kelle und Weste ab

Mönchengladbach: Zwei langjährige Elternlotsen geben Kelle und Weste ab

22 Jahre lang hüteten sie ehrenamtlich den Schüler-Überweg an der Venner Straße/Ecke Lindenstraße, kurz vor der Annaschule: die Elternlotsen Iris Buschmann und Marion Heinz. Nun hängen sie ihre Kellen und Westen an den Nagel und übergeben an die nächste Generation. Für ihr soziales Engagement weit über die Grundschulzeit der eigenen Kinder hinaus wurden sie nun von Schulleitung, Verkehrswacht und Polizei geehrt.

"Als unsere Kinder auf die Schule kamen, wurde das Lotsen-Projekt gerade erst eingeführt, man hatte nach Lotsen gesucht", sagte Buschmann. "Da haben wir uns einfach gemeldet." Anfänglich hatten die beiden jeden Dienstagmorgen Dienst, aber mit der Zeit kamen immer mehr Freiwillige dazu, so dass sie nur noch alle zwei Wochen und irgendwann nur noch jeden dritten Freitag ran mussten. "Egal, bei welchem Wetter, es hat uns immer Spaß gemacht, den Kindern morgens beim Überqueren der Straße zu helfen", sagen die beiden. Das "Dankeschön" in den Augen der Schüler sei Belohnung genug gewesen. Zu kritischen Situationen sei es nie gekommen. "Wir haben die Autofahrer erzogen", scherzte Buschmann. "Und wenn einer mal zu forsch unterwegs war, bekam er einen bösen Blick ab - und dann passierte das nicht noch einmal." In besonders kalten Morgenstunden bekam man auch mal den einen oder anderen Kaffee aus der benachbarten Bäckerei. Nun sei es aber Zeit für den Lotsen-Ruhestand. Zum einen, weil die eigenen Enkel die Schule bald verlassen, zum anderen, da auch "die jüngeren Eltern mal dran sind", erklären die beiden schmunzelnd. Rund 30 Lotsen sind momentan ehrenamtlich an dieser Lotsenstelle aktiv.

Verkehrssicherheitsberater Karl-Heinz Ditges lobte das Engagement der beiden. "Was die beiden hier geleistet haben, ist enorm wichtig. Gerade in Zeiten, in denen die Verkehrsdichte immer weiter zunimmt." Schulleiterin Anja Telbeck appellierte auch an die Eltern: "Lieber die Schüler morgens einige Meter zu Fuß laufen lassen, als mit dem ,Eltern-Taxi' für Verkehrschaos zu sorgen." Am besten sei es, Kinder in Gruppen zur Schule gehen zu lassen. "Sie kriegen dabei frische Luft ab, sind also im Unterricht wacher und konzentrierter", so Telbeck. Sie würden so auch selbstständiger.

(RP)