Mönchengladbach: Zwei Interessenten für Kasernen-Areal

Mönchengladbach: Zwei Interessenten für Kasernen-Areal

Nun geht es plötzlich schnell: Nach 14 Jahren Leerstand wollen ein Sanitär-Großhandel und ein Kranunternehmen auf das Gelände der Niederrheinkaserne. Zwei Drittel der Fläche sollen gewerblich genutzt, der Rest soll renaturiert werden.

Wenn die Entwicklungen nicht bereits konkreter Natur wären, hätte auch diese gestrige Äußerung nicht so konkret geklungen: "Wir haben nun endlich die große Chance, nach vielen Jahren diese nicht genutzte Fläche, die aufgrund ihrer geografischen Lage vor den Toren der Stadt auch als Visitenkarte zu betrachten ist, städtebaulich neu zu bestimmen und deutlich aufzuwerten", ließ ein freudiger Oberbürgermeister Norbert Bude mitteilen.

Die Rede ist von der ehemaligen Niederrheinkaserne an der Kaldenkirchener Straße. Zwei bereits in der Region ansässige Unternehmen bekunden Interesse an der 9,2-Hektar-Brache. Nach RP-Informationen handelt es sich um einen Mönchengladbacher Heizungs- und Sanitär-Großhandel sowie ein Kran- und Abschlepp-Unternehmen aus Viersen.

Nach 14 Jahren Leerstand — die letzten Nutzungs-Planspiele à la Autohof sind auch schon wieder einige Jährchen her — kommt nun sichtbar Bewegung in die Angelegenheit. Schon am 6. Mai soll der Planungs- und Bauausschuss den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan fassen, bereits kommende Woche wird die Bezirksvertretung Nord dazu angehört.

Einen Bebauungsplan gibt es (noch) nicht

"Wir hoffen, dass jetzt möglichst schnell politisch gehandelt wird, denn natürlich haben wir Interesse, dass auf dieser Branche zügig etwas passiert", sagt Silvia Auffahrt von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Diese ist Eigentümerin des Geländes — kann aber natürlich erst dann konkret mit Interessenten verhandeln, wenn die Voraussetzungen seitens der Stadt, die die Planungshoheit hat, geschaffen sind. Denn der Flächennutzungsplan stellt in dem Areal bisher eine Gemeinbedarfsfläche dar — also Flächen, die der Allgemeinheit dienen — und ein rechtskräftiger Bebauungsplan existiert nicht.

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Bis dato gab es in den regelmäßigen Verhandlungen zwischen Stadt und BImA immer wieder Uneinigkeit darüber, welche Nutzungen möglich sind und welche nicht. Gewerbe und Dienstleistung sieht die Stadt als umsetzbar an, Wohnen, Einzelhandel und Vergnügungsstätten nicht. Mit beiden Interessenten — oder einem der beiden, obwohl die Fläche laut Stadtsprecher Wolfgang Speen für beide ausreichen würde — wäre das Kriterium "Gewerbe" erfüllt. Beide fraglichen Unternehmen, die bereits Ende 2013 an die Stadt herantraten, haben dieser gegenüber deutlich gemacht, dass sie ihre derzeit auf mehrere Standorte in der Region verteilten Unternehmen an einem zentralen Punkt konzentrieren wollen.

Vorteil: Anbindung an die A 52

Als Standortvorteil gilt ihnen nicht zuletzt die direkte Autobahnanbindung an die A 52. Laut dem politischen Beschlussentwurf sollen zwei Drittel der Gesamtfläche in Abstimmung mit der BImA für eine gewerbliche Nutzung zur Verfügung stehen — im östlichen Bereich, zur Kaldenkirchener Straße hin. Die Restfläche soll im Zusammenhang mit dem bestehenden Landschaftsschutzgebiet L 17 / Nordwald / Jahrhundertwald für Maßnahmen zum Natur- und Landschaftsschutz vorgehalten werden.

Eine genaue Zeitschiene für das weitere Vorgehen will noch keiner der Involvierten benennen. "Aber es ist Bewegung in der Sache, und das ist gut für alle Beteiligten", sagt Silvia Auffahrt. Eine Unwägbarkeit könnte allerdings sein, dass die Verwaltung das Tempo und die Bereitschaft, Planungsrecht zu schaffen, auch davon abhängig machen könnte, wie sehr die BImA an anderen neuralgischen Punkten in der Stadt ein Entgegenkommen signalisiert — etwa im JHQ. Das glauben zumindest Kenner der Szene.

(RP)
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