Speick: Zwei Gemeinden teilen sich eine Kirche

Speick : Zwei Gemeinden teilen sich eine Kirche

Stephan Fels ist glücklich mit der Entscheidung, die er und die Gemeinde St. Hermann Josef Speick vor einem Jahr getroffen haben. Sie haben ihre Kirche verkauft, und nur deshalb gibt es sie heute noch.

"Wir haben es geschafft, unser Gotteshaus zu erhalten", sagt der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates. "Es wäre ziemlich sicher sonst 2007 geschlossen worden." Der einzige Unterschied: Jetzt steht sonntags nicht mehr nur Pfarrer Wilhelm Pötter auf der Kanzel, sondern auch Erzpriester Panagiotis Tsoubaklis von der griechisch-orthodoxen Gemeinde St. Nikolaus.

Nachbarn unter einem Dach

Im Jahr 2005 wurde den Speicker Kirchgängern mitgeteilt, dass die 1968 erbaute Kirche nicht zu halten sei. Zwei Jahre lang teilten sich die Katholiken und die griechisch-orthodoxe Gemeinde St. Nikolaus die Kirche. Vor zwölf Monaten schließlich kaufte die griechisch-orthodoxe Gemeinde das Haus den Katholiken ab. Seitdem teilen sie sich die Unterhaltskosten, und jeder kann seine Gottesdienste in der Kirche feiern.

Die neuen Besitzer der Kirche sind noch dabei, das Haus nach ihrem Ritus umzugestalten. Eine religiöse Nachbarschaft unter einem Dach. "Das klappt sehr gut", sagt Stephan Fels. "Es gibt keine Terminprobleme." Man besucht sich gegenseitig zu den Patronatsfesten, wenn St. Hermann Josef sein Gemeindefest feiert, machen auch die Gläubigen der greichisch-orthodoxen Gemeinde mit. Und das Gemeindeleben, das zum Beispiel Pilgerfahrten aber auch Tanzveranstaltungen im Gemeindezentrum nebenan vorsah, konnte weitergehen.

Doch das Ende der Pfarre St. Hermann Josef Speick ist schon beschlossen. Zum 1. Januar 2010 soll die Gemeinde mit St. Michael Holt, aus der sie 1968 hervorgegangen war, und mit Heilig Kreuz Westend zu einer Gemeinde fusionieren. Bis zum Sonntag, 15. Februar müssen sich die Gemeinden über neue Strukturen wie einen neuen Namen einigen.

(RP)
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