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Zu wenig Stimmzettel in Mönchengladbacher Wahllokalen

Bundestagswahl 2017 : Zu wenig Stimmzettel in Wahllokalen in Mönchengladbach

In Mönchengladbacher Wahllokalen gab es teilweise zu wenig Wahlzettel. Bürger mussten daher auf andere Wahllokale ausweichen, um ihre Stimmen noch abgeben zu können.

Für die Abgabe ihrer Stimmen sind Claudia und Hans-Joachim Loescher extra früher von einem Kurzurlaub an der Nordsee zurück in ihre Heimatstadt Mönchengladbach gefahren. Und Frank Straßhöfer hat sich in Baesweiler ins Auto gesetzt, wo er derzeit bei der Freundin lebt. Weder das Ehepaar Löscher noch Straßhöfer konnten ihre Stimme im Wahllokal im Stadtteil Ohler abgeben. Und außer ihnen noch viele andere nicht. "Wir hatten seit 16.45 Uhr keine Stimmzettel mehr", sagt Wahlvorstand Sylvia Zanders. Erst um 17.52 Uhr wurden von der Stadt neue Stimmzettel geliefert: Wer so lange ausharrte oder noch ein zweites Mal das Wahllokal ansteuerte, konnte seine Stimme noch abgeben.

Sylvia Zanders und ihre Helfer haben nach eigenen Aussagen alles getan, um rechtzeitig neue Stimmzettel zu bekommen. "Um 15 Uhr haben wir das erste Mal bei der Wahlstelle im Vitus-Center angerufen und dringend um neue Stimmzettel gebeten. Danach haben wir es immer wieder versucht. Am Ende hat man uns bei unseren Anrufen sogar weggedrückt", schimpft sie. Ihre Empörung teilen die verhinderten Wähler.

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"Leben wir in einer Bananenrepublik?", fragte sich nicht nur Dominique Fietze, deren Mann seine Stimme in Ohler nicht abgeben konnte. Vor dem Wahllokal — hier werden die Stimmbezirke 10901 und 10902 ausgezählt — standen Wahlberechtigte zusammen und diskutierten die Situation. "Wir haben doch ein Recht, unsere Stimme abgeben zu können. Was geschieht jetzt?", fragt Günter Gesche, der mit Ehefrau Bianca gekommen war.

Eine Antwort darauf konnten ihnen die Wahlvorstände der beiden Stimmbezirke in Ohler auch nicht geben. Die Wahlhelfer haben sich alle Namen der verhinderten Wähler notiert. "Aber viele haben abgewunken und sind einfach gegangen, ohne sich notieren zu lassen. Auf so eine große Wahlbeteiligung muss sich die Stadt doch einstellen. Uns fehlten, wenn man von einer 100-prozentigen Wahlbeteiligung ausgeht, mehr als 150 Stimmzettel", sagt Helfer Jean-Paul Zanders. In beiden Stimmbezirken gab es zu wenige Stimmzettel, eine Zeit lang hat man sich untereinander kollegial ausgeholfen, bis alle weg waren.

Eine Wählerin wollte sich nicht mit der Situation anfreunden: Sie fuhr in ein benachbartes Wahllokal, holte sich da einen Stimmzettel und machte dann in Ohler ihr Kreuzchen.

Wie die Wahl in Mönchengladbach verläuft, lesen Sie hier im Live-Blog.

(web)