Mönchengladbach: Zoff am Ring: Kommt jetzt "Rock im JHQ"?

Mönchengladbach : Zoff am Ring: Kommt jetzt "Rock im JHQ"?

Die Nürburgring GmbH hat rechtliche Schritte gegen Veranstalter Marek Lieberberg eingeleitet. Streitpunkt ist die Frage, wem die Namensrechte für "Rock am Ring" gehören. Vorschläge für einen neuen Festival-Namen kursieren bereits.

Der Ring ist überall - zumindest, wenn es nach den Fans des Festivals "Rock am Ring" geht. "Wir sind der Ring", skandierten sie, als Veranstalter Marek Lieberberg am Dienstag bei der Podiumsdiskussion am Hockeypark das Zelt betrat. "Wir sind der Ring" riefen sie auch am Wochenende, als der Veranstalter und die Besucher nach 29 Jahren Abschied vom Rockfestival am Nürburgring nahmen. Viele wollen mit dem Veranstalter ziehen, wenn dieser seine Zelte womöglich in Mönchengladbach aufschlägt.

Doch geht es nach der Nürburgring GmbH, dem Betreiber der Rennstrecke, soll es in Gladbach zumindest kein Festival mit dem Namen "Rock am Ring" geben. Sie hat vor dem Landgericht Koblenz eine einstweilige Verfügung gegen Marek Lieberberg beantragt. Das Unternehmen will verhindern, dass Lieberberg ohne Zustimmung der Nürburgring GmbH an einem anderen Veranstaltungsort ein Konzertfestival mit dem Namen "Rock am Ring" veranstaltet. Dies würde durch zwei Dokumente klar geregelt, heißt es.

Lieberberg widerspricht dieser Darstellung. Die Eigentümer des Nürburgrings wollten lediglich verhindern, dass er das Festival an einem anderen Ort aufzieht. "Ich sehe das Ganze als Versuch, sich eine Marke anzueignen - wenn ich es mal überspitzt darstellen mag: ein Festival zu kidnappen", sagte Marek Lieberberg, der sich mit allen rechtlichen Mitteln gegen die Anschuldigungen wehren will: "Über die strittigen Fragen wird ein unabhängiges Gericht entscheiden". Ob es allerdings bereits bei der Verhandlung am Montag, 23. Juni, zu einer Entscheidung kommt, ist unklar.

Der Veranstalter ist weiterhin optimistisch, dass sich unter seiner Regie 2015 ein Festival in Mönchengladbach realisieren lässt. Die Planungen laufen derweil ungehindert der rechtlichen Streitigkeiten weiter. Ob das Festival allerdings "Rock am Ring" heißen wird, ist weiterhin unklar.

Bei seinem Auftritt am Dienstag im Hockeypark hatte Lieberberg selbst mehrmals den Begriff "Rock im JHQ" verwendet. Der Umzug sei ein Neuanfang, der auch mit einem neuen Namen verbunden sein könnte, hatte er dort den rund 300 Gästen verraten. Eine Entscheidung ist bislang jedoch nicht gefallen.

Auch einige Fans könnten sich mit dem Namen anfreunden. Bei Facebook gab es bereits zahlreiche Namensvorschläge für den Fall, dass Lieberberg den Namen "Rock am Ring" nicht verwenden darf. Auch andere Namen mit Verbindungen zu dem ehemaligen Militärgelände wie "Headquarter of Rock", "Rock HQ" werden genannt. Andere schlagen "Rock am Borussiapark" oder "Rock im Quartier" vor. Auch ein Wortspiel aus Rhein und Ring wird angeregt: "Rock am Rhing".

Gleichzeitig wächst der Ärger auf die Nürburgring GmbH, die bereits angekündigt hatte, zusammen mit dem Konzertveranstalter DEAG unter dem Titel "Grüne Hölle" am gleichen Wochenende eine Konkurrenzveranstaltung anzubieten. Klar ist: Die Marke "Rock am Ring" hat auch finanziell einen großen Wert. Er sei daher auch aus insolvenzrechtlichen Gründen zu den rechtlichen Schritten gezwungen, sagt der Sanierungsgeschäftsführer der Nürburgring GmbH, Thomas Schmidt.

Gleichzeitig ist der Namensstreit auch eine Möglichkeit, Lieberberg zu schwächen - schließlich geht es für beide Seiten um viel Geld. Beide Seiten müssen hoffen, dass ihnen die Fans die Treue halten. Hinter den Kulissen dürften daher auch längst weitere Kämpfe ausgefochten werden - denn letztlich werden sich einige Unentschlossene auch danach richten, welches Festival die bessere Künstler-Auswahl bietet.

(RP)
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