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Schwerer Unfall in Mönchengladbach: Zeugen: Mann sprang nach Unfall aus dem Bus

Schwerer Unfall in Mönchengladbach : Zeugen: Mann sprang nach Unfall aus dem Bus

Nachdem am Sonntagabend ein Linienbus in ein Haus an der Kölner Straße/Ecke Schleestraße in Mönchengladbach gekracht ist, wurde er am Montagmittag geborgen. Laut Zeugenaussagen soll der Busfahrer doch nicht alleine im Bus gewesen sein.

Der Polizei zufolge gibt es Zeugen, die berichten, dass kurz nach dem Unfall am Sonntagabend um 20.40 Uhr ein junger Mann aus einer Seitenscheibe des Fahrzeugs gesprungen und weggerannt sei. Der Fahrgast soll blonde Haare und ein blaues T-Shirt getragen haben. Er wird dringend gebeten, sich bei der Polizei Mönchengladbach unter 02161 290 zu melden.

Andere Passanten wollen beobachtet haben, dass der Bus einem Kind ausgewichen sei und wieder andere berichteten, ein dunkler Pkw hätte den Bus geschnitten. Wieder andere gaben bei der Polizei an, die Kreuzung Kölner Straße/Ecke Schleestraße sei zur Unfallzeit komplett frei gewesen. Zur Unfallklärung bittet die Polizei daher weitere Zeugen um neue Hinweise. Fest steht nur, dass es auf der Straße und auf dem Gehweg keine Bremsspuren gibt.

Der 45-jährige Busfahrer wurde bei dem Unfall insbesondere an den Beinen schwer verletzt. Gegen 20.40 Uhr am Sonntagabend geriet er mit dem Bus der Linie 20 noch vor Erreichen der Schleestraße nach rechts auf den Gehweg und prallte gegen zwei Ampelmaste. Dann stieß das Fahrzeug mit hoher Wucht gegen die Wand eines Wohnhauses auf der Kölner Straße. Der Fahrer wurde im Bus eingeklemmt.

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Seit 10 Uhr am Montagmorgen begutachteten Statiker den Unfallort, um die Bergung des Busses einzuleiten. "Damit das Haus nicht einstürzt, müssen zuerst noch Stützpfeiler aufgestellt werden", erklärte Polizeisprecher Willy Theveßen. Die Bergung begann mit einer halben Stunde Verspätung gegen 12.30 Uhr. Zunächst rückte die Feuerwehr an, um einen Teil des Busses abzutrennen. Er ragte in den Keller hinein und hätte das Gebäude zum Einstürzen bringen können. Ein Teil der Stoßstange hatte sich laut Polizei im Mauerwerk verkeilt. Auch Mitarbeiter der NEW und Anwohner des beschädigten Hauses waren vor Ort. Gegen 14 Uhr wurde der Bus erfolgreich geborgen und zur weiteren Ermittlung sichergestellt. Das beschädigte Gebäude hielt den Bergungsmaßnahmen stand, bleibt aber weiter abgesperrt.

Auch nach der Bergung des Unfallbusses muss die Kölner Straße (B59) bis auf weiteres voll gesperrt bleiben, teilte die Stadt mit. Eine Umleitung ist ausgeschildert. Autofahrer werden gebeten, den Bereich weiträumig zu umfahren. Dies gilt insbesondere für den Schwerlastverkehr. Anwohner der Kölner Straße können ihre Häuser weiter auch mit dem Auto erreichen. Lediglich der Bereich vor dem einsturzgefährdeten Gebäude ist nicht passierbar.

Der Bus drückte die Hauswand erheblich ein. Deshalb war eine Bergung des Busses und auch des Verletzten am Sonntagabend zunächst nicht möglich, der Fahrer wurde durch die Rettungskräfte im Bus behandelt. Durch Absicherung war die Bergung erst gegen 22.50 Uhr durchführbar, der Verletzte wurde durch einen Rettungshubschrauber in eine Duisburger Klinik geflogen. Nach Einschätzung der Ärzte erlitt er schwere Verletzungen insbesondere an den Beinen.

Durch umherwirbelnde Trümmerteile wurden drei parkende PKW, eine weitere Hausfassade und ein Straßenbaum beschädigt. Die Ampelanlage fällt bis auf weiteres aus. Das betroffene Haus ist nach Überprüfung durch Statiker nicht mehr bewohnbar. Der Gesamtsachschaden kann noch nicht beziffert werden.

Wie Bewohner und Nachbarn den Unfall erlebten, lesen Sie hier.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Mönchengladbach: Truck zieht Unfallbus aus Häuserwand

(met)