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Mönchengladbach: Zehn Monate Haft für eine Schwarzfahrerin

Mönchengladbach : Zehn Monate Haft für eine Schwarzfahrerin

Die 21-jährige Mutter eines zweijährigen Kindes fuhr immer wieder ohne Fahrausweis mit dem Zug nach Venlo.

Die Angeklagte (21), die sich am Dienstag wieder einmal vor dem Jugendschöffengericht verantworten musste, war bereits in der Vergangenheit als Schwarzfahrerin, aber auch als Diebin aufgefallen. "Ja, die Schwarzfahrten habe ich gemacht", gab die Mönchengladbacherin ohne weiteres zu. Aber den zweiten Vorwurf der Staatsanwältin bestritt die 21-Jährige, die ihren Lebensunterhalt mit Hartz IV bestreitet. Die junge Frau hatte im Dezember vergangenen Jahres im Geschäft einer bekannten Modekette Textilien für 72 Euro ausgesucht und nicht bezahlt: Als die Lastschrift eintraf, war das Konto der Angeklagten leer. "Das war kein Betrug, zu dem Zeitpunkt war noch Geld auf dem Konto", behauptete dagegen die 21-Jährige, die schon einmal wegen Betruges verurteilt worden war.

Hinter den ständigen Bahnfahrten ins niederländische Venlo vermutete die Richterin eine Drogenproblematik der Gladbacherin, was diese auch offen eingestand. Sie konsumiere Marihuana. "Erst am Donnerstag habe ich einen Therapieantrag an die Drogenberatung in den Kasten geworfen", ergänzte sie eifrig. In der Verhandlung konnte sie allerdings keinen Nachweis solcher Bemühungen vorzeigen.

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Im Gerichtssaal wurde gestern bekannt, dass die Angeklagte bereits 2011 als Betrügerin zu einem Schuldspruch auf Bewährung verurteilt worden war. Aber von den 80 Arbeitsstunden, die damit verbunden waren, hatte sie keine einzige Stunde abgeleistet. Sie war mit schädlichen Neigungen aufgefallen. Deshalb wurde der Schuldspruch in diesem Jahr in eine sechsmonatige Jugendstrafe ohne Bewährung umgewandelt. Nach dem Bericht der Jugendgerichtshilfe war klar, dass die 21-Jährige keinen Schulabschluss vorweisen kann. Aber mit Internetverträgen hat die junge Mutter inzwischen 10 000 Euro Schulden angehäuft. Sie stammt aus schwierigen familiären Verhältnissen und hat ihre Kindheit zeitweise im Heim verbracht.

Am Ende verurteilte das Jugendschöffengericht die Angeklagte noch einmal nach Jugendstrafrecht. Vom Betrugsvorwurf wurde sie freigesprochen. Wegen Schwarzfahrens in acht Fällen muss die Gladbacherin für zehn Monate in eine Jugendstrafanstalt. Das Urteil enthält die frühere Jugendstrafe und nimmt der Angeklagten nicht die Chance für "Therapie statt Strafe".

(RP)