Mönchengladbach: Zehn Jahre Haft wegen Totschlags an der Hohlstraße

Mönchengladbach: Zehn Jahre Haft wegen Totschlags an der Hohlstraße

Wegen vorsätzlichen Totschlags einer 47-Jährigen in einer Wohnung an der Hohlstraße in Rheydt hat die 7. Große Strafkammer des Mönchengladbacher Landgerichts einen Angeklagten (38) gestern zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt.

Der Mann, der als Geburtsort Gaza in Palästina genannt hatte, reagierte auf die Urteilsverkündung mit gesenktem Kopf und ohne Gefühlsregung. Im Prozess war er mit der Behauptung aufgefallen: "Ich kann mich an die Tat nicht erinnern." Das nannte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer eine Schutzbehauptung. Tatsächlich habe sich der Angeklagte aussagebereit gezeigt, als er nach seiner Flucht in Spanien gelandet war und vom Kriminalbeamten Ingo Thiel und dessen Kollegen im Flugzeug zurückgeholt worden war. Der 38-Jährige habe sich damals zur Tat geäußert. Das hatte Thiel in seiner Zeugenaussage bestätigt.

Die Frau, das spätere Opfer des Totschlags, sei am 11. Februar in seine Wohnung in Rheydt gekommen, weil sie "etwas zu rauchen" wollte. Er habe sie vorher nicht gekannt, so der 38-Jährige. Nach gemeinsamem Drogen- und Alkoholkonsum sei es zum Streit gekommen. Sie habe ihn mit einer Bierflasche geschlagen und mit Pfefferspray bedroht. Dann habe er die Frau gewürgt. Als sie keine Regung mehr zeigte, habe er seine Wohnung fluchtartig verlassen.

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Bei einer Wohnungskontrolle wurde die Tote am 3. März gefunden. Im Gerichtssaal hatte sich der Angeklagte erneut an nichts erinnert. Eine Bierflasche wurde in der Wohnung nicht gefunden, erklärte die Staatsanwältin. Gefunden wurde jedoch eine zerbrochene Vase. An ihr entdeckten die Ermittler die Fingerabdrücke des Angeklagten, die auf eine Schlaghaltung des 38-Jährigen hinwiesen. Ein psychiatrischer Gutachter hatte den Angeklagten für voll schuldfähig erklärt. Der Mann sei in seiner Steuerungsfähigkeit nicht eingeschränkt gewesen.

Am Ende forderte die Staatsanwältin für den Angeklagten, dessen Vorstrafenregister mit zehn Eintragungen gefüllt ist, eine Haftstrafe von zehn Jahren. Das Schwurgericht schloss sich sowohl dem Plädoyer als auch dem Gutachten an und verkündete die zehnjährige Freiheitsstrafe. Der Angeklagte habe die Wohnung verschlossen und trotz des Drogenkonsums völlig überlegt gehandelt, hieß es in der Urteilsbegründung des Vorsitzenden Lothar Beckers.

(RP)