Mönchengladbach: Zalando senkt Zahl der Befristungen

Mönchengladbach : Zalando senkt Zahl der Befristungen

Lieferungen binnen einer halben Stunde, in einer Liga mit Facebook und Google spielen - es sind kühne Pläne, die Zalando verfolgt. Eine zentrale Rolle spielt dabei auch das Logistikzentrum im Regiopark, in das der Online-Modehändler weiter investiert. So stiegen die Löhne dort zuletzt im Februar von 9,04 Euro auf 9,87 Euro. Parallel habe man auch den Zuschuss zum Jobticket und den jährlichen Urlaubsanspruch erhöht, sagte das Unternehmen auf Anfrage. Erstmalig soll zudem neben dem Weihnachts- auch ein Urlaubsgeld gezahlt werden. Die Auszahlung erfolge mit dem Junigehalt. "Wir orientieren uns an den jeweils regional geltenden Tarifverträgen der Logistikbranche", sagte eine Sprecherin. Am Standort Mönchengladbach werde man die Anpassungen bis 2016 weiter umsetzen und abgeschlossen haben.

Bis dahin dürfte auch die Zahl der befristeten Verträge deutlich zurückgehen. Aktuell haben nur fünf Prozent der Mitarbeiter einen unbefristeten Vertrag, in den anderen beiden Logistikzentren in Brieselang bei Berlin und in Erfurt gilt das bereits für etwa jeden zweiten Mitarbeiter - allerdings sind diese Standorte auch schon deutlich älter als das erst 2012 eröffnete Zentrum im Regiopark. Hier dürfte die Zahl der Befristungen ab dem Sommer deutlich sinken, weil viele Verträge auf zwei Jahre befristet wurden. "Unser klares Ziel ist es, eine feste Stammbelegschaft an unseren drei Logistik-Standorten aufzubauen und uns in der jeweiligen Region als attraktiver Arbeitgeber zu etablieren", betont Zalando. Dabei wolle man auch immer wieder Langzeitarbeitslosen eine Chance geben - mehr als 1400 Menschen konnte die Agentur für Arbeit bereits an Zalando vermitteln.

Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen dafür keine Lohnkostenzuschüsse erhalten. Ebenso wenig habe man staatliche Fördergelder für den Mönchengladbacher Standort erhalten. Zalando hatte zuletzt für Schlagzeilen gesorgt, weil es laut einem Bericht der "Wirtschaftswoche" insgesamt rund 35 Millionen Euro an Subventionen, unter anderem vom Land Berlin, erhalten haben soll. Allein der Kauf von Computern, Staubsaugern und Sofas sei mit 1,6 Millionen Euro gefördert worden. Gleichzeitig machte Zalando schon Millionenumsätze.

(RP)
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