Prozess in Mönchengladbach Zahnärztin mit Lügengeschichten fast 800.000 Euro abgeschwatzt

Mönchengladbach · Ein 53-jähriger Mönchengladbacher soll eine Frau über Jahre mit erfundenen Geschichten und einer falschen Identität zu Zahlungen bewegt haben. Jetzt muss er sich vor Gericht verantworten. Im Zivilverfahren wurde er schon zu einer Rückzahlung verurteilt.

Der Prozess wird am Landgericht Mönchengladbach verhandelt. (Archivfoto)

Der Prozess wird am Landgericht Mönchengladbach verhandelt. (Archivfoto)

Foto: dpa/Roberto Pfeil

Weil er eine Zahnärztin aus Mönchengladbach finanziell ausgeplündert haben soll, muss sich jetzt ein 53-jähriger Mann vor dem dortigen Landgericht verantworten. Der Mönchengladbacher soll sich bei der Dentistin als erfolgreicher Mitgründer einer Anwaltskanzlei ausgegeben haben. Der Prozessauftakt ist am Dienstag, 21. Mai, um 9.15 Uhr.

Mit mitleiderregenden Geschichten und Berichten von angeblichen schweren Schicksalsschlägen soll der jetzt Angeklagte der Frau innerhalb von vier Jahren knapp 800 000 Euro abgeschwatzt haben. Der angeblich millionenschwere, habilitierte Anwalt soll angegeben haben, unverschuldet zu sein und nur vorübergehend in der Klemme zu stecken – zum Beispiel wegen Erkrankungen der Tochter oder wegen der Trennung von der Ehefrau.

Zwischen September 2017 und Ende Dezember 2021 zahlte die Zahnärztin laut Anklage in 69 Fällen insgesamt 790 000 Euro an den Mann. Dann ging die 57-Jährige zur Polizei.

In einem Zivilprozess wurde der heute 53-Jährige bereits zur Rückzahlung von 728 000 Euro nebst Zinsen verurteilt. Das Versäumnisurteil sei inzwischen rechtskräftig, bestätigte ein Gerichtssprecher. Der Beklagte war zur Verhandlung nicht erschienen. In dem Strafprozess muss er mit einer Haftstrafe rechnen.

(dpa/capf)
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