Mönchengladbach: Zählung: 1400 zusätzliche Hunde registriert

Mönchengladbach : Zählung: 1400 zusätzliche Hunde registriert

Im vergangenen Jahr waren etwa 11 600 Hunde beim städtischen Steueramt registriert. Ihre Besitzer zahlten 1,35 Millionen Euro Hundesteuer, seit der Erhöhung der jährlichen Abgabe sogar 1,55 Millionen Euro.

Zu wenig, fand die Stadt und ließ eine flächendeckende Hundezählung durchführen. Fast acht Monate lang waren etwa 20 Hundefahnder unterwegs, 130 000 Haushalte mussten sie aufsuchen, jetzt ist ihre Bestandserfassung abgeschlossen.

Fast jedenfalls. Denn 800 mögliche Hundebesitzer haben auf die Aufforderung, sich beim städtischen Steueramt zu melden, weil in ihrem Haus ein Hund vermutet wird, noch nicht reagiert. "Wenn die Frist abgelaufen ist, werden die Hundezähler die Haushalte erneut aufsuchen", sagt Stadtsprecher Walter Schröders. Schließlich soll es gerecht zugehen. "Jeder, der einen Hund hat, soll auch zahlen", so Schröders.

Jetzt schon, ungeachtet der noch ausstehenden Daten, könne man die Aktion als großen Erfolg werten. "Wir hatten mit etwa 1000 zusätzlichen Hunden gerechnet, es sind aber 1400 geworden." Etliche Hundebesitzer hatten ihre Vierbeiner flugs angemeldet, als sie hörten, dass in Kürze die Fahnder unterwegs sind. Weitere wurden von den Erfassern aufgespürt. "In welchem Verhältnis das steht, können wir nicht sagen."

Fakt sei aber: Wenn die Stadt eine Durchschnittsrechnung aufstellt, wonach jeder Hund etwa 100 Euro zusätzlich in die Stadtkasse spült, dann wären das Zusatzeinnahmen von 140 000 Euro pro Jahr. "Das ist ein guter Erfolg", meint Walter Schröders. Kämmerer Bernd Kuckels habe sich vor Beginn der Zählung Mehreinnahmen von 100 000 Euro pro Jahr erhofft.

Die "Hundedichte" ist in Mönchengladbach recht hoch. Rein rechnerisch kommen 50 Hunde auf 1000 Einwohner. Dem solle auf Dauer Einhalt geboten werden, so hatte die Stadt die Hundezählung unter anderem rechtfertigt. Deswegen wurde die Hundesteuer Anfang des Jahres um 15 Prozent erhöht.

Mönchengladbachs Hundehalter zahlen seitdem jährlich 138 statt 120 Euro für einen Hund, für zwei Hunde sind es 165,60 Euro statt vorher 144 Euro, bei drei und mehr Hunden entrichtet der Halter 207 Euro statt 180 Euro — jeweils pro Hund. Für so genannte Kampfhunde beträgt der Satz 720 Euro für einen, jeweils 960 Euro bei zwei und jeweils 1152 Euro jährlich bei drei und mehr Hunden. Da die Hundesteuer als "Luxus-Einnahme" gewertet wird erhalten die Hundebesitzer keinerlei Gegenleistung.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Mönchengladbach: Ein Nachmittag auf der Hundewiese

(RP/rl)
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