Mönchengladbach: Wurff lehnt Tunnel für ECE ab

Mönchengladbach: Wurff lehnt Tunnel für ECE ab

Ein Tunnel unter der Steinmetzstraße für ein Einkaufscenter von ECE: Das lehnt der neue Technische Beigeordnete Andreas Wurff ab. "Die Sinnhaftigkeit leuchtet mir nicht ein. Ein Tunnel in einer Innenstadt ist nicht mehr zeitgemäß", sagt der 56-Jährige, als er sich gestern der Presse in der Geschäftsstelle der Grünen vorstellte.

Der Rat hat den Dresdner Planungsamtsleiter am Mittwoch mit allen 66 Stimmen gewählt und ihm damit einen großen Vertrauensvorschuss gegeben. Wurff selbst, der am 28. April erstmals an seinem Schreibtisch im Rheydter Rathaus sitzt, hat sich bereits genau in der Stadt umgesehen und kennt zahlreiche Stellen, die ihn besonders fordern werden.

Altstadt, ein Sanierungsgebiet

So war er vor der Ratssitzung in der Altstadt und hat sich die Waldhausener Straße angeschaut. Der gebürtige Neusser, der die glanzvollen Zeiten der Altstadt kennt, war entsetzt. "Ganz klar: Das ist ein Sanierungsgebiet. Da müssen wir schnell tätig werden, um die Strukturen zu ändern", sagte er.

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Er hat sich bereits Gedanken darüber gemacht, wie sich die Stadt wegen ihrer katastrophalen Haushaltssituation — 1,2 Milliarden Euro Schulden — finanziell an der Rettungsaktion beteiligen und über einen Umweg an Fördertöpfe des Landes kommen kann: "Wir müssen das Potenzial der städtischen Gesellschaften nutzen." Das könnten neben der Entwicklungsgesellschaft EWMG auch die Wohnungsgesellschaften Kreisbau und GWSG sein.

Gladbachs City ist für ihn die bestimmende Einkaufsregion in der Stadt. "Die Hindenburgstraße hat dieses Image, Auswärtige steuern sie gezielt an." Wurff will Rheydt stärken und hier gezielt universitäres Leben etablieren. "Gladbach ist Hochschulstandort. Das spiegelt sich im städtischen Leben aber kaum wider. Wir müssen die jungen Menschen überzeugen, dass sie in die Stadt ziehen."

Er will namhaften Architekten die Stadt nahebringen, damit sie sich engagieren. Das Museum Abteiberg sei auch deshalb ein Anziehungspunkt, weil es vom Star-Architekten Hans Hollein gebaut wurde. Auch ungewöhnliche Ideen bringt Wurff in die Diskussion. So denkt er darüber nach, Stadtstraßen an Wochenenden für den Autoverkehr zu sperren.

(RP)