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Mönchengladbach: Wohin zieht die 6. Gesamtschule?

Mönchengladbach : Wohin zieht die 6. Gesamtschule?

Schulausschussvorsitzender Ulrich Elsen drängt auf eine schnelle Entscheidung zur Zukunft der 6. Gesamtschule. Weil ab 7. Februar die Anmeldungen beginnen, müsste die nächste Sondersitzung Klarheit für die Schule bringen.

Wenn am Mittwoch, 5. Februar, der Schulausschuss zu einer Sondersitzung zusammenkommt, wird es um eine entscheidende Frage gehen: Wie sieht die Zukunft der sechsten Gesamtschule aus? Tauscht sie die Gebäude mit der Geschwister-Scholl-Realschule? Bekommt sie einen zweiten Standort an der Regentenstraße in der ehemaligen Hauptschule Eicken? Oder bleibt es doch beim ursprünglich geplanten Standort, Aachener Straße 52?

Mit diesen Fragen wird sich der Schulausschuss auseinandersetzen. Und Schulausschussvorsitzender Ulrich Elsen (SPD) hofft, dass am 5. Februar, eine Entscheidung fällt. Er wünscht sich eine möglichst klare Positionierung zum Fortbestand der sechsten Gesamtschule. Denn wenige Tage nach der Schulausschusssitzung beginnen die Anmeldungen für das neue Schuljahr. Und bis dahin müsse die Gesamtschule, aber auch andere möglicherweise betroffene Schulen Perspektiven und Planungssicherheit haben.

Doch ob sich alle Parteien im Schulausschuss zu einer schnellen Entscheidung durchringen können, ist noch fraglich. Die FDP hatte bereits im Vorfeld angekündigt, dass sie auf die rechtzeitige Klärung der Kostenfrage pocht. Zu tief sitzt noch der Schock über die Mitteilung der Verwaltung im vergangenen Jahr, dass der geplante Einzug in die zu sanierenden Räume der katholischen Hauptschule Stadtmitte an der Aachener Straße plötzlich achtmal so teuer wird, als ursprünglich kommuniziert.

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Der Stachel sitzt auch bei Ulrich Elsen noch tief: "Wenn wir das gewusst hätten, wäre der Beschluss nicht gefasst worden", sagt er. Eine solch dramatische Kostensteigerung habe zumindest in der Politik damals niemand geahnt. Auch die Gegner der sechsten Gesamtschule hätten als Grund für ihre Ablehnung keine Kosten ins Feld geführt.

Die Sorge über neue finanzielle Überraschungen ist also berechtigt. Doch eine Kostenaufstellung für die drei Alternativen für räumliche Erweiterung der sechsten Gesamtschule gibt es noch nicht. Die wird es erst Anfang kommender Woche erwartet. "Zu knapp", sagt die FDP. "Trotzdem müssen wir eine Entscheidung haben", sagt Elsen. Das sei man der Schule, den Eltern und den Schülern schuldig. Es müsse auch klar sein, dass die sechste Gesamtschule eine Oberstufen haben wird. Denn unter dieser Voraussetzung hätten die Eltern ihre Kinder dort angemeldet, so der Schulausschussvorsitzende. Und er betont noch einmal: "Was wir nicht tun dürfen, ist am 5. Februar auseinanderzugehen, ohne eine Entscheidung gefällt zu haben — auch wenn die Finanzierung und haushaltsmäßige Darstellung wohl erst 2015 realisierbar ist."

Elsen regt außerdem an, nach der Kommunalwahl die Bildungs- und Schulsituation in Mönchengladbach aufzugreifen. Denn die demografische Entwicklung mache es erst recht nötig, dass kein Kind zurückgelassen wird. Elsen würde gerne die mit ins Boot holen, die elementar abhängig von qualifiziertem Nachwuchs sind — also unter anderem auch Vertreter von Industrie- und Handelskammer, Kreishandwerkerschaft und Gewerkschaften.

(RP)