Leser-Aktion: Wir suchen Gladbachs schönste Gärten

Leser-Aktion : Wir suchen Gladbachs schönste Gärten

Schon bei der Aktion "Offene Gartenpforte" konnten viele schöne Grünanlagen besichtigt werden – der Bonsai-Garten von Maureen und Ralf Bohnen in Geneicken etwa. Wir sind uns sicher: Es gibt noch viele andere grüne Oasen.

Schon bei der Aktion "Offene Gartenpforte" konnten viele schöne Grünanlagen besichtigt werden — der Bonsai-Garten von Maureen und Ralf Bohnen in Geneicken etwa. Wir sind uns sicher: Es gibt noch viele andere grüne Oasen.

Rund 160 Bäume auf 300 Quadratmetern, von der Buche über die Fichte bis zur deutschen Eiche — im Garten der Bohnens sind alle gängigen deutschen Bäume zu finden. Eigentlich nichts Außergewöhnliches, denn eine Kastanie oder einen Walnussbaum hat wohl jeder bereits einmal gesehen. Der entscheidende Unterschied hier ist, dass die Bäume Bonsai-Ausgaben ihrer "großen" Verwandten sind und maximal 100 Zentimeter messen.

Im Rahmen der Aktion "Offene Gartenpforte", an der sich zwischen Mai und Juli rund 300 Gartenbesitzer am Niederrhein beteiligt hatten, gewährten Maureen und Ralf Bohnen nun erstmals Besuchern Einblicke in ihr privates grünes Paradies in Rheydt-Geneicken.

Als groß wird sie beschrieben, mit kräftiger Statur, stabilen Ästen und einem dichten Laubkleid — die deutsche Eiche gehört in ihrer Gattung zu den stattlichen Varianten. Kaum zu glauben ist es daher, dass ein solcher Baum auch in einer Schale auf nur einigen Zentimetern seine volle Pracht entfalten kann — und zwar als Bonsai deutscher Herkunft im Garten der Bohnens.

"Unser Hobby ist etwas für Menschen mit langem Atem", schmunzelt Maureen Bohnen und präsentiert stolz die zumeist 15 bis 30 Jahre alten Bäume. Die schönsten Exemplare und die bereits bearbeiteten Bäume haben Maureen und Ralf Bohnen in Schalen liebevoll in Szene gesetzt. Die Glaskunst von Catherine Bernaisch ergänzt die Gartenkunst optimal. Neben den in den Schalen präsentierten Bäumen warten Rohlinge in dem eigens gestalteten Anzuchtfeld auf eine Karriere als deutscher Bonsai. "Fast jeder Baum kann mit der entsprechenden Pflege zu einem Bonsai gemacht werden", so Ralf Bohnen. Oft stammen die Rohlinge aus Baumschulen.

Die Liebe zu den Bonsais entdeckten die Bohnens bereits 1997. Doch der klassische Bonsai ist ein empfindlicher Mitbewohner und lässt sich in der Wohnung oft nur schwer am Leben halten. Die Bohnens suchten Alternativen — und wechselten zu heimischen Baumsorten und der damit einhergehenden Außenhaltung. Wie die "großen" Vertreter ihrer Art verbringen die heimischen Bonsais das ganze Jahr im Freien. Ein spezielles Substrat in den Schalen sorgt für die optimale Versorgung der Miniatur-Bäume. Wird es im Winter zu frostig, schützt Rindenmulch die kleinen Kunstwerke. Ein Rückschnitt erfolgt zwei- bis drei Mal pro Jahr. "Der Trick hierbei ist, dass nicht nur die Krone geschnitten wird, sondern dass auch die Wurzeln bearbeitet werden", erklärt Maureen Bohnen. "Für die Gestaltung der Bäume sorgen spezielle Spann- oder Drahttechniken."

(RP)
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