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Mönchengladbach: "Wir sind keine Terroristen"

Mönchengladbach : "Wir sind keine Terroristen"

Der Widerstand gegen die umstrittene Islamschule ist heftig. Der Verein "Einladung zum Paradies" gibt sich kämpferisch: "Wenn unsere Moschee zugemacht wird, werden wir eben jeden Freitag auf der Straße beten."

Sie stehen im Visier des Verfassungsschutzes. Der Umbau ihrer Moschee wurde erst einmal gestoppt. Und gegen die Pläne, in Eicken eine umstrittene Islamschule einziehen zu lassen, regt sich heftiger Widerstand. Dennoch wollen die Mitglieder des Vereins "Einladung zum Paradies" nicht aufgeben. "Selbst wenn unsere Moschee zugemacht wird, machen wir weiter. Dann gehen wir eben jeden Freitag auf die Straße und beten", sagte Sven Lau, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, gestern.

Ehemaliger Feuerwehrmann

Der 29-jährige Mönchengladbacher wirbt weiterhin intensiv für Übertritte zum Islam. Im Internet gibt es ein Video, in dem er die Mitglieder der Berufsfeuerwehr Mönchengladbach auffordert, den "wahren Glauben" anzunehmen. Sven Lau spricht in dem Film seine ehemaligen Kollegen an. Denn der 29-Jährige arbeitete drei Jahre als Feuerwehrmann.

Auch sonst ist der Verein rege, was die Werbung angeht. Selbst Kinder werden angesprochen und mit Spiel- und Boxkursus-Angeboten gelockt. Das berichtete auf jeden Fall eine Mönchengladbacher Ärztin, die dies in ihrer Praxis beobachtete. Die Medizinerin kassierte die Visitenkarte, die der Mann an einen Zwölfjährigen übergab, erst einmal ein. So einen Vorfall soll es kein zweites Mal bei ihr geben.

Sven Lau wehrte sich am Donnerstag vehement dagegen, dass die Mitglieder seines Vereins als Terroristen dargestellt werden. Der Wirbel und die Negativschlagzeilen hätten aber nicht nur geschadet: "Zu uns kommen jetzt viele, die den Islam annehmen wollen", sagte er. Deshalb lasse man sich auch nicht davon abhalten, weiterhin Informationsstände in Mönchengladbach aufzubauen und Flyer zu verteilen.

So soll es auch am Samstag wieder sein. Allerdings würden Vertreter und Anhänger von "Einladung zum Paradies" nicht wie geplant in Rheydt auftreten, sondern an der Theatergalerie in Mönchengladbach, wie der stellvertretende Vorsitzende sagte. Informationsstände des Vereins gebe es außerdem nicht nur in der Stadt, sondern deutschlandweit. Lau: "Wir haben überall Helfer."

Ob der Umbau des Gebäudes für die Islamschule, die sich jetzt noch in Braunschweig befindet und vom Verfassungsschutz beobachtet wird, in Eicken verhindert werden kann, ist weiterhin fraglich. "Der Bereich ist im Bebauungsplan als Mischgebiet ausgewiesen. Werden bestimmte Auflagen eingehalten, könnte dort theoretisch eine Schule eingerichtet werden", sagte Stadtsprecher Dirk Rütten gestern. Die Baustelle an der Eickener Straße war stillgelegt worden, weil keine Genehmigung vorlag.

(RP)