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Wimmelbild von Mönchengladbach: Jacques Tillys Blick auf die Stadt

Wimmelbild von Mönchengladbach : Ein Blick in die Seele einer Stadt

Der Düsseldorfer Karnevals-Künstler Jacques Tilly hat neue Stadtporträts von Mönchengladbach, Düsseldorf und Duisburg geschaffen. Für eine Signierstunde seiner Wimmelbilder kam er nach Neuss.

Von seiner Wagenbauhalle ist es für Jacques Tilly nur ein Katzensprung über den Rhein, um nach Neuss zu gelangen. Dort präsentierte Düsseldorfs bekanntester Karnevalist jetzt drei neue Stadt-Poster – von Mönchengladbach, Düsseldorf und Duisburg. Warum die Fahrt nach Neuss? In der dortigen Dependance der Gemeinnützigen Werkstätten werden die Werke verpackt und versendet. Der „Papierservice“ bietet Menschen mit Behinderungen gute Arbeits- und Förderbedingungen  – eine Herzensangelegenheit für Tilly.

Eigentlich waren die Poster für andere Zwecke bestimmt, erläuterte der Künstler bei der Präsentation und einer ersten Signierstunde. Für einen Kalender über das Land NRW hatte er zwölf riesige Wimmelbilder komponiert: „Da geht es nicht nur um Gebäude. Mit dem Auftauchen bekannter Persönlichkeiten jeder Stadt soll deren ganze Seele sichtbar werden.“ Kleine Textbanner geben die nötigsten Erklärungen, denn: „Nicht jeder weiß, wo er die Kabarettistin Lore Lorentz verorten soll.“ Das Ganze war ein ehrgeiziges Unterfangen, an dem er über ein halbes Jahr gearbeitet hat.

Die ersten drei Stadt-Poster sind im Verbreitungsgebiet der Rheinischen Post erhältlich. Den Vorreitern Mönchengladbach, Düsseldorf und Duisburg soll bald Aachen folgen. Für den Vertrieb dieser Plakate und weiterer Tilly- Geschenkartikel sorgen die Gemeinnützigen Betriebsstätten Neuss. Deren Mitarbeiter standen Schlange für persönliche Autogramme. Im RP-Shop werden insgesamt 160 signierte Großbilder erhältlich sein.

Hinter der „Jacques Tilly Edition“ steht der Essener Landauf-Landab-Verlag, der sich auf die Herausgabe von regionalen Produkten in NRW spezialisiert hat. Verlagschef Ewald Mayer hatte sich mit seiner Idee nur zögernd an den berühmten Künstler gewandt. Der aber schon beim ersten Anruf reagierte: „Komm morgen vorbei!“

Eine Begegnung mit Jacques Tilly ist nicht denkbar ohne die Frage nach dem Karneval in Corona-Zeiten. Die in Düsseldorf geplante Lösung mit einem Umzug im Fußball-Stadion findet Tilly nicht nur gut, sondern auch historisch passend. Mehr noch: Warum sollte der ganze Aufwand für die Menschen eigentlich immer kostenfrei sein? In Rio de Janeiro, der Welt-Hochburg des Karnevals, müsse man für den Eintritt ins Samba-Drome „ganz ordentlich berappen.“