Mönchengladbach: Wie Weisweiler: Jupp Heynckes bekommt den Ehrenring der Stadt

Mönchengladbach : Wie Weisweiler: Jupp Heynckes bekommt den Ehrenring der Stadt

CDU und SPD schlagen vor, dem 70-Jährigen die hohe Auszeichnung zu verleihen. Heynckes erklärt der RP, warum er das als Ehre empfindet.

Die Auszeichnungen stapeln sich bei ihm: Jupp Heynckes hat den Bayerischen Löwen, den Bambi in der Kategorie Sport, die DFB-Fair-Play-Medaille, war FIFA-Trainer des Jahres, Welt-Fußballtrainer des Jahres, Trainer des Jahres in Europa und in Deutschland. Von all den nationale und internationalen Fußball-Trophäen ganz zu schweigen. Und doch glaubt man Jupp Heynckes, dem Holter Jung, sofort, wenn er sagt, dass der Ehrenring der Stadt Mönchengladbach für den 70-Jährigen "nichts Selbstverständliches" ist. Denn der tadellose Sportsmann Heynckes ist nie zum Josef geworden, sondern immer ein Jupp geblieben. Im besten Sinne verwurzelt. Ein Mann mit Prinzipien. Der weiß, wo er hin will, weil er weiß, wo er her kommt. Einer, der seine Heimat nie verleugnet hat, wie zum Beispiel bei der legendären Pressekonferenz nach seinem letzten Spiel als Bundesligatrainer, als ihm die Tränen kamen, als er von Gladbach als Heimat sprach.

"Hier bin ich geboren, aufgewachsen, habe als Jugendfußballer, Profispieler und Trainer meine ersten Schritte getan, viele Erfolge mit Borussia gehabt, bevor ich in die Welt hinaus ging und auch dort erfolgreich war", sagte Heynckes gestern der RP. "Doch Mönchengladbach ist immer mein Zuhause, mein Lebensmittelpunkt geblieben, bis heute." Er lebt inzwischen mit seiner Frau Iris, wie er in Gladbach geboren, zwar im kleinen Dörfchen Fischeln am Rande der Gemeinde Schwalmtal, doch das liegt kaum mehr als hundert Meter von der Gladbacher Stadtgrenze entfernt.

Der Ehrenring ist eine selten vergebene Auszeichnung. Heinz Mack ist der einzige noch lebende Träger. In den vergangenen 25 Jahren haben ganze vier Mönchengladbacher die Auszeichnung vom jeweiligen Oberbürgermeister verliehen bekommen. "Ich weiß, dass der Ehrenring der Stadt Mönchengladbach eine ganz besondere Auszeichnung ist, nur an ganz wenige Menschen verliehen wird. Und ganz besonders freue ich mich, damit Nachfolger meines Trainers, Mentors und späteren Freundes Hennes Weisweiler zu sein, der diesen Ehrenring ebenfalls erhalten hat."

Beschließen wird die Auszeichnung der Rat. CDU und SPD haben den Antrag eingebracht. Bürgermeister Michael Schroeren hatte zuvor ausgelotet, ob Heynckes gewillt ist, die Auszeichnung anzunehmen. Die beiden großen Fraktionen sind nicht die ersten, die auf diese Idee kommen. Die Grünen hatten 2013 gar beantragt, Heynckes nach dessen Triple zum Ehrenbürger zu ernennen. Dafür fand sich seinerzeit indes keine Mehrheit. Ganze drei Ehrenbürger hat die Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg ernannt: Peter Nonnenmühlen, Franz Meyers und Hans Jonas; alle drei sind lange tot.

Er sei ein Botschafter für die Stadt, der sich seit Jahrzehnten für seinen Heimatverein Grün-Weiß Holt engagiere, heißt es in dem Antrag von CDU und SPD. Wenn der Rat am 23. September über diesen Antrag stimmt, sitzt auch Markus Heynckes im Ratssaal. Er ist Ratsherr für die CDU - und Neffe von Jupp Heynckes.

(RP)