Mönchengladbach: Wie die Coca-Cola in die Flasche kommt

Mönchengladbach : Wie die Coca-Cola in die Flasche kommt

Seit 1989 wird in Güdderath Brause abgefüllt. 195 Angestellte arbeiten in drei Schichten. Im vergangenen Jahr befüllte das Unternehmen am Standort rund 19 Millionen Kästen. Wir haben einen Blick hinter die Kulissen geworfen.

Linda Dohrmann steht in einer großen Halle. Ein Gabelstapler bringt gerade eine Palette voller Kästen mit leeren Coca-Cola-Flaschen herein und stellt sie auf ein Fließband. "Hier beginnt die Reise der Flaschen", sagt die Produktionsleiterin. Die Kästen, die der Stapler auf das Band stellt, sind nämlich Leergut, das aus der gesamten Region den Weg in das Werk nach Güdderath findet.

In der Abfüllanlage wird auch sofort der Verschluss aufgeschraubt und das Etikett wird aufgebracht. Danach werden die Kästen gefüllt. Foto: Ilgner Detlef (ilg)

"Rund 400.000 Kästen pro Woche kommen hier an. Das entspricht unserer Produktionsmenge und im Lager wird es nie leer oder zu voll", erzählt sie. Die Reise der Flasche führt zu einem Roboterarm. Er reiht die Kästen einzeln auf einem anderen Fließband auf und die Fahrt geht weiter. Das erste Ziel ist eine Art Karussell. Dort werden die Flaschen aus den Kästen gehoben. Die Kästen fahren in eine Waschanlage, die Flaschen kommen auf ein anderes Fließband.

Eine Maschine kontrolliert, ob zwischen den aufgereihten Flaschen welche anderer Unternehmen sind. Sie werden aussortiert. Flaschen, in denen Flüssigkeiten sind, werden auch aussortiert und danach von einem Mitarbeiter von Hand entleert. Dann werden sie nach Flaschenart getrennt. "Colaflaschen haben eine andere Struktur als Flaschen für Fanta und Mixgetränke", erklärt Linda Dohrmann den Arbeitsschritt.

Peter Frodl kontrolliert die Flaschen und ihren Inhalt auf Qualität. Er ist seit 20 Jahren im Betrieb. Foto: Ilgner Detlef (ilg)

Während die Kästen von der Waschanlage zur Abfüllanlage fahren, haben die Flaschen noch einen langen Weg vor sich. Flaschen, die nicht gebraucht werden, fahren in ein Lager. Diejenigen, die befüllt werden sollen, fahren weiter zum sogenannten "Sniffer". Er dreht die Verschlüsse ab und kontrolliert die Flaschen.

Eine Düse füllt Lauge in die Flasche. Durch die Entstehung von Gasen merkt die Maschine, ob sich Fremdstoffe in der Flasche befinden. "Manche Leute nutzen die Flaschen für Grillsaucen oder andere Dinge wie Benzin. Der Sniffer merkt das und sortiert solche Flaschen aus. Sie werden entsorgt, was für uns einen Verlust bedeutet", erklärt Dohrmann.

Danach geht es in eine Waschanlage, in der die Flaschen mehrere Runden drehen. Dort werden auch die Etiketten entfernt. Die gereinigte Flasche wird auf Schäden und starke Abnutzung kontrolliert. Ein Fließband bringt die Flasche zum Abfüllautomaten. Dort wird in Windeseile das Getränk in die Flasche gefüllt und sofort verschraubt.

"So geht keine Kohlensäure verloren", erzählt Peter Frodl, der gerade die Qualität der frisch abgefüllten Cola kontrolliert. Frodl ist einer von 195 Beschäftigten, die in Güdderath arbeiten. Seine Aufgabe ist die Qualitätskontrolle - sowohl des Getränks als auch der Flaschen. Seit 20 Jahren arbeitet er im Unternehmen, das seit 1989 in Güdderath ansässig ist.

Wie genau sich die Cola zusammensetzt, verrät er aber nicht. Auf jeden Fall aber besteht Cola aus Wasser, Süßungsmittel, Kohlensäure und dem geheimen Sirup, der den Geschmack gibt. Nach der Abfüllung bekommen die Flaschen ihr Etikett.

Stehen neben dem Haltbarkeitsdatum die Buchstabenkombinationen LMQ oder LMJ oder LG8 kann sich der Cola-Trinker sicher sein, eine Flasche aus Güdderath in der Hand zu halten. Ein Roboterarm hebt die Flaschen wieder in die Kästen, die über ein Band zu einem Gabelstapler fahren. Er bringt die Kästen in ein Lager und von dort aus geht es per Lkw zu den Kunden.

Produziert wird in Güdderath von sonntags 22 Uhr bis freitags 22 Uhr in drei Schichten. Dazwischen ruht die Produktion. "In der Weihnachtszeit füllen wir auch schon einmal samstags ab, aber das ist selten", sagt Linda Dohrmann. Im vergangenen Jahr wurden in Güdderath rund 19 Millionen Kästen abgefüllt.

(cli)