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Kläranlage Neuwerk: Wie das Abwasser der Stadt gereinigt wird

Kläranlage Neuwerk : Wie das Abwasser der Stadt gereinigt wird

Wie lange dauert es, bis mein Badewasser in der Kläranlage ankommt? Wie viel Abwasser produziere ich eigentlich? Oder: Was passiert mit dem ganzen Müll und den Giftstoffen, die im Abwasser landen? Diesen und vielen weiteren spannenden Fragen gingen jetzt die Besucher der Kläranlage Neuwerk auf die Spur.

Zum dritten Mal bereits öffnete die größte der insgesamt 23 Kläranlagen des Niersverbands ihre Pforten für eine öffentliche Führung und bot interessierten Bürgern unter der Leitung von Karl-Günter Borg einen Einblick in das knapp 22,5 Hektar große Gelände. "Die Menschen wollen wissen, was mit ihrem Schmutzwasser passiert, und bei der Besichtigung sehen sie, wie aufwendig die Reinigung unseres Wassers ist und wie wichtig ein sorgsamer Umgang damit", erklärt Karl-Günter Borg, ehemaliger und langjähriger Mitarbeiter der Anlage. Circa 150 000 m³ schmutziges Wasser fließen dem Klärwerk Neuwerk täglich zu, werden hier gereinigt und schließlich wieder als sauberes Wasser der Niers zugeführt.

Dabei wird das Schmutzwasser bei einer mechanischen Reinigung zunächst vom groben Dreck, zum Beispiel Papier, befreit. Die eigentliche Säuberung übernimmt anschließend die Biologisch-Chemische-Reinigung bei der durch die Zugabe von Bakterien und Sauerstoff aus der Luft der Schmutz sowie Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor dem Wasser entzogen werden. Nachklärbecken trennen das gereinigte Wasser schließlich wieder von den Bakterien, und ein Schönungsteich sorgt für eine Reinigung von Feinstoffen, bevor das Wasser letzten Endes in die knapp 100 Kilometer lange Niers zurückfließt.

Der herausgefilterte Schmutz hingegen bleibt als Schlamm zurück und wird verbrannt. "Jeder von uns beteiligt sich an dieser Menge Abwasser im Schnitt mit 120 Litern pro Tag durch Duschen, Toilettenbenutzung und den Haushalt", betont Borg. Der Rest fällt durch die Industrie- und Gewerbeunternehmen sowie durch Regenwasser an.

Eindrucksvoll führte der Rundgang über das Gelände den Besuchern vor Augen, wie viel Zeit, Energie und Aufwand nötig sind, um die von uns als selbstverständlich genutzte Ressource in einen umweltfreundlichen Zustand zurückzuwandeln. "Den Menschen muss klar werden, welch großen Einfluss jeder einzelne durch sein Verhalten auf unsere Umwelt hat!", erklärt Teilnehmerin Heike Megas beim Anblick der großen Mengen Müll, welchen die Rechenmaschinen aus dem ankommenden Schmutzwasser ziehen. Auch Gerd Stalz ist von der Arbeit im Klärwerk beeindruckt: "Da ich hier wohne, kenne ich die Anlage Neuwerk schon lange, und es ist erstaunlich, wie viel sich in den letzten Jahrzehnten verändert hat, um die Reinigung des Wassers immer weiter zu verbessern."

(jubr)