Mönchengladbach: Wettbewerb: Rat zeichnet umweltgerechte Bauten aus

Mönchengladbach: Wettbewerb: Rat zeichnet umweltgerechte Bauten aus

Susanne Finocchiaro hatte fast Tränen in den Augen. "An diesem Haus hing das Herz meiner Großeltern", flüsterte sie Sparkassenchef Horst Wateler ins Ohr, als dieser ihr den Preis überreichte. Es war der zweite Platz beim Wettbewerb "Umweltgerechtes Bauen", den sie mit dem frisch renovierten Haus Burggrafenstraße 98 belegte. Der Bau aus dem Jahr 1930, seit den 50er Jahren im Familienbesitz, überzeugte die Jury des neuen Wettbewerbs mit seiner vorbildlichen, aber auch sündhaft teuren Altbaukernsanierung.

Sparsamer Umgang mit Energie

Es war die erste Auflage eines Wettbewerbes, mit dem der Rat der Stadt umweltgerechtes Bauen fördern will. Dazu gaben die NVV AG und die Stadtsparkasse jeweils 10 000 Euro an Preisgeld. Elf Vorschläge gingen ein. "Alle waren von sehr hoher Qualität", berichtete Ralph Baus, Juryvorsitzender und Vorsitzender des Umweltausschusses. "Alle haben in den Bauprojekten, die ökologisch nachhaltig und umweltverträglich sind, einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des sparsamen Umgangs mit Energie im Bauwesen geleistet."

Zum Beispiel der kernsanierte Altbau von Susanne und Filippo Finocchiaro: Das Haus mit den drei Wohnungen ist jetzt mustergültig gedämmt, es gibt Anlagen zur Wärmerückgewinnung, Wärmepumpen mit Erdsonden und noch viel mehr. "Das Thema Umwelt war auch schon bei der Erziehung unserer Kinder immer ganz wichtig", sagte die Gewinnerin des zweiten Preises, der mit 6000 Euro dotiert war.

Der erste Platz ging an die Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft (GWSG) für ein Sanierungsobjekt in Eicken. Dort werden noch bis 2012 in zwei Bauabschnitten 67 Wohnungen saniert und zwölf neue gebaut. 35 Wohnungen sind bereits fertig. Die Siedlung wurde bereits vom Land Nordrhein-Westfalen für ihre Solaranlagen, Luft-Wärmepumpen und der automatischen Wohnraumlüftung und Wärmerückgewinnung als Solarsiedlung NRW ausgezeichnet. GWSG-Geschäftsführer Armin Maaßen versprach, die 8000 Euro Preisgeld für gemeinnützige Zwecke in der Siedlung weiterzugeben. Platz drei wurde zweimal vergeben: An Anette und Stephan Brils, die Am Spielberg 41 ein Haus in Holztafelbauweise errichteten. Und Michaela und Markus Wulf bauten am Molitorweg 29 ein Einfamilienhaus mit wärmegedämmten Hochlochziegeln aus Ton. Beide Drittplatzierten erhielten noch 3000 Euro Preisgeld.

(RP)
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