Mönchengladbach: Wer liest, gewinnt: Jury kürt drei Sieger

Mönchengladbach : Wer liest, gewinnt: Jury kürt drei Sieger

Erstmals in der zehnjährigen Geschichte des Kinderbuch-Wettbewerbs liegen drei Gladbacher Schulteams gleichauf.

Als die dreiköpfige Jury gestern ihr Votum dem Moderator zuflüsterte, stockte dem Schauspieler und Theaterleiter Helmut Wenderoth (57) kurz der Atem. "Das ist das ungewöhnlichste Ergebnis, das ich je bei einem ,Wer liest, gewinnt'-Wettbewerb erlebt habe!", rief er. Um dann das Schluss-Ergebnis zu verkünden: Alle drei nominierten Teams, jeweils Dreiergruppen aus Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 7 aus der Hauptschule Heinrich-Lersch, der Gesamtschule Stadtmitte und dem Humanistischen Gymnasium, bekamen von der Jury dieselbe Punktzahl. Also, erhalten, so Wenderoth, alle einen ersten Preis.

Das bedeutet 50 Euro für die Klassenkasse und für jedes Teammitglied 15 Euro extra, um bald die nächste Lektüre zu beschaffen. Über das Ergebnis freuten sich vor allem die zur Unterstützung erschienenen Schulkameraden der Heinrich-Lersch-Hauptschule, die den größten Fanblock in der Zentralbibliothek stellten.

Derzeit läuft die heiße Phase für den Deutschen Jugendliteraturpreis, dabei hat die Zielgruppe, also Kinder, ein Wörtchen mitzureden. Indem sie am Wettbewerb, den neben anderen Initiatoren der Deutsche Bibliotheksverband durchführt, teilnehmen und ein von der Jury des Deutschen Literaturpreises nominiertes Kinderbuch kreativ präsentieren. Gestern waren das Jenny Robsons "Tommy Mütze", "Zorgamazoo" von Robert Weston, "Als mein Vater ein Busch wurde" von Joke van Leeuwen und Frank Cottrell Boyces "Der unvergessene Mantel".

In drei Runden wurde der Wettbewerb ausgetragen. Zunächst bekam jedes der Teams, die Wenderoth mit Farben (Grün, Gelb, Rot) identifizierte, Fragen zu vier für den Jugendliteraturpreis nominierten Kinderbüchern gestellt. Die meisten Antworten stimmten, die Kinder hatten die Bücher sehr genau gelesen. Schwieriger war die zweite Fragerunde, in deren Verlauf die Teams nach Buzzer-Art blitzschnell ihr Wissen abrufen mussten, um zum Beispiel das Land, wo Jim Knopf lebt (Lummerland), anzugeben oder den Namen der Autorin von "Tintenherz" (Cornelia Funke) zu nennen. Wie Superman zivil heißt, wusste übrigens niemand.

Besonders viel Vorbereitung kosteten die Buchpräsentationen in der abschließenden Runde drei. Hier sah die Jury — Petra Koch von Radio 90,1, Matthias Huth vom Verlag Das Telefonbuch (Plückebaum-Verlag) und Bettina Schultz (Stadtbibliothek) — überraschend die Leistung keines Teams als klaren Favoriten an. Was manchen Zuschauer gewundert haben mag. Doch die Jury wollte den nahezu gleichen Punktestand im Finale nicht zugunsten eines Teams verändern. Verständlich.

(RP)