Mönchengladbach: Wenn volle Tonnen auf die Laufstrecke gehen

Mönchengladbach: Wenn volle Tonnen auf die Laufstrecke gehen

Für die zweite Auflage des Firmenlaufs "Run & Fun" haben sich mehr als 2100 Teilnehmer angemeldet. Sie gehen morgen auf die Strecke, freuen sich auf ein Teamerlebnis und wollen eins haben: viel, viel Spaß.

Was hat die Behinderten-Einrichtung Hephata mit dem Firmenlauf "Run & Fun" zu tun? Wenn die Antwort "Nichts!" lautet, so ist sie gleich in mehrfacher Hinsicht falsch. Mit 111 Teilnehmern ist Hephata sportlich unterwegs, und die Teams haben so klangvolle Namen wie "Die Schönen und das Biest" und "Die Erftpiraten". Aber die Einrichtung bietet auch einen Service, der vor ihrem geschichtlichen Hintergrund ein besonderer ist: Förderschüler verstehen sich als "postmoderne Pilger" und erinnern an die Zeiten, als sich Hephata im 19. Jahrhundert um die Menschen kümmerte, die "nicht mehr mitkommen". Und so entstand im Jahre 2013 die Idee: Die Förderschüler reichen an zwei Stellen auf der Strecke Erfrischungen an die Sportler – wobei die Wahrscheinlichkeit, dass diese "nicht mehr mitkommen", eher gering ist.

Bei der zweiten Auflage am morgigen Donnerstag ab 16 Uhr ist die Resonanz mehr als doppelt so hoch wie bei der Premiere. Mehr als 2100 Teilnehmer haben sich für Laufen und Walken angemeldet. Große und kleine Firmen in der Stadt sind dabei, zum Teil mit zahlreichen Teams. Nur einige Kostproben: SMS Meer ist mit 189 Startern vor Ort, Scheidt & Bachmann kommt mit 148, von den Zahnärzten MG sind 18 Aktive unterwegs, und Glasbau-Klöters-Teamcaptain David Solf meldet acht Teilnehmer. "Diese tolle Resonanz hat uns überrascht und freut uns natürlich", sagt Chef-Organisatorin Josie Hilgers. Ausgangspunkt der deutschen Firmenläufe war 1993 Frankfurt. Angelehnt an den amerikanischen "Business Run" gab es dort den ersten Ableger. Dieser hat sich inzwischen zum größten der Welt entwickelt. Gladbach hat den Start 2012 gewagt.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hat die Schirmherrschaft übernommen, und unter den zahlreichen Partnern ist auch die Rheinische Post dabei. Dabei ist nicht entscheidend, wie schnell die Teilnehmer die 5,2 Kilometer zurücklegen. Die Firmenlauf-Philosophie stärkt den Mannschaftscharakter – Teammotivation, Teamerlebnis, Teamgesundheit sind die Schlüsselbegriffe. Und Spaß sollen die Teilnehmer haben. Viel Spaß. Im Vorjahr war die Veranstaltung zeitweise ein herbstlicher Karneval.

Die Organisation hat mittlerweile beachtliche Dimensionen angenommen. Hilgers: "Wir haben eine kleine Zeltstadt aufgebaut. Zehn Fotografen sind hier für uns und für die Teilnehmer tätig. Es gibt zwei Moderatoren, und wir wollen am Donnerstag auch einen kleinen Werbefilm für das nächste Jahr produzieren."

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Und weil es nicht ganz klar ist, ob nicht doch ein Schauer vom Himmel kommt, war Josie Hilgers gestern noch schnell shoppen und hat 2500 Regenponchos eingekauft. "Jeder Teilnehmer bekommt einen Poncho und kann ihn unter dem Trikot tragen, so dass man auch im Laufshirt trotzdem noch Flagge fürs Team zeigen kann."

Seit gestern ist die Anmeldung eigentlich nicht mehr möglich. Doch auch Spätstarter können noch mitmachen. Hilgers: "Einfach anrufen oder uns eine Mail schicken. Wir finden immer einen Weg."

Telefon 02161 307723 oder www.run-fun-mg.de

(RP)
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