Mönchengladbach: Wenn man Weihnachten in der Klinik feiern muss

Mönchengladbach: Wenn man Weihnachten in der Klinik feiern muss

Die Seelsorger der Mönchengladbacher Krankenhäuser sind zu Heiligabend besonders gefordert.

Niemand möchte Weihnachten als Patient im Krankenhaus verbringen. Alle möchten zu Hause feiern unterm heimischen Weihnachtsbaum. Aber manchmal geht es nicht anders: Ein Unfall, eine akute Erkrankung, ein sich länger hinziehender Krankheitsverlauf sorgt für eine Einlieferung oder verhindert die Entlassung, auf die alle hingearbeitet haben. Die Krankenhäuser in Mönchengladbach bemühen sich, ihren Patienten dennoch ein wenig Weihnachtsgefühl zu vermitteln, zum Beispiel mit einem besonderen Essen. Und auch die katholischen und evangelischen Krankenhausseelsorger sind zu Heiligabend und Weihnachten im Einsatz - gegen Einsamkeit und Weihnachtsblues stellen sie Weihnachtslieder, Besuche und Andachten.

Sie gehen über die Stationen und verteilen Karten mit Weihnachtsgrüßen. "Viele haben natürlich das Bedürfnis zu reden, ihre eigenen Weihnachtsgeschichten zu erzählen", sagt Pfarrer Ulrich Meihsner, Seelsorger im Bethesda. Am Nachmittag des 24. Dezembers gibt es nachmittags einen Gottesdienst in der Kapelle, der auch an die Betten übertragen wird.

"Das wird gern von denen angenommen, die nicht teilnehmen können, auch wenn es natürlich noch Fernsehgottesdienste gibt. Wir sind näher dran." Näher dran an den Kranken und ihren Empfindungen nämlich. Im Neuwerker Krankenhaus Maria von den Aposteln werden die beiden morgendlichen Weihnachtsgottesdienste aus der stimmungsvollen Klosterkirche in das Krankenhaus übertragen, so dass die Patienten sie verfolgen können.

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Im Elisabeth-Krankenhaus in Rheydt haben die Seelsorger seit Jahren besondere Unterstützung bei ihren Besuchen: 30 bis 40 Jugendliche und junge Erwachsene der Evangelischen Jugendkirche Rheydt treffen um 9.30 Uhr am Morgen des 24. Dezembers ein, um mehrere Stunden lang über alle Stationen des Hauses zu gehen, alte und neue Weihnachtslieder zu singen und jedem Patienten eine selbstgedruckte Karte zu überreichen. "Sie bereiten Hunderten von Menschen, auch dem Personal, eine große Freude", betont Krankenhausseelsorger Peter Brischke. "Dieser Dienst an den Patienten des Eli ist schon fast Kult, so dass immer so viele kommen."

Im Franziskushaus gibt es neben den Besuchen der Seelsorger im Krankenzimmer ein Angebot namens "Kirche macht Station". "Wir wählen zwei Stationen aus, auf denen wir Andachten feiern", erklärt Pfarrer Herbert Schimanski. Das kommt nicht nur bei den Patienten gut an, auch die Schwestern und Pfleger kommen gern dazu, um die Weihnachtslieder mitzusingen. Sangesfreudig sind die Mitarbeiter ohnehin: Ein bunt gemischter Projektchor sorgte jetzt bei der Weihnachtsfeier für Furore. Am Abend folgt dann noch eine Christversper in ökumenischer Weite in der Krankenhauskapelle.

"Viele Patienten sind sicher ein wenig traurig, Weihnachten im Krankenhaus verbringen zu müssen", sagt ein Seelsorger, "aber es gibt auch Menschen, die erzählen mir, dass sie froh sind, im Krankenhaus zu sein, weil sie zu Hause alleine wären."

(RP)
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