Mönchengladbach: Wenn Banker zu Anstreichern werden

Mönchengladbach : Wenn Banker zu Anstreichern werden

Die Santander Bank engagiert sich in dieser Woche für den guten Zweck. Los ging es mit einer großen Blutspendenaktion. Nun renovierten die Banker elf Jugendeinrichtungen. Morgen gibt es den Spendenlauf.

Im Wirtschaftsdeutsch würde man es eine "Win-Win-Situation" nennen. Die Kinder der Jugendfreizeitstätte PE12 an der Pestalozzistraße sagen einfach: "Das habt ihr schön gemacht". Diese Worte bekamen Anke Kögler und ihre sechs Kollegen von der Santander Consumer Bank öfter zu hören. Weil die Bank auch in diesem Jahr wieder die Santander-Woche ausgerufen hat, kamen Anke Kögler und ihre Kollegen in die Einrichtung, um Wände zu streichen und im Garten ein Gemüsebeet anzulegen. "Wir haben in dieser Woche verschiedene Aktionen, die für einen guten Zweck gedacht sind", sagt sie. Die Arbeit, die von den Bankern im PE12 geleistet wurde, kostet die Einrichtung keinen Cent. "Wir sparen so sehr viel Materialkosten. Die Aktion kam genau zur richtigen Zeit", sagt Monika Dittrich, die das PE12 leitet.

Begonnen hat die Santander-Woche am Montag mit einer großen Blutspendenaktion. Dazu kamen Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes in die Bank und baten die Banker gleich reihenweise zum Aderlass. Ein weiterer Höhepunkt der Woche wird der Santander-Spendenlauf sein. Der Erlös ist für einen guten Zweck gedacht. Für die Kinder im PE12 war aber die Verschönerung ihrer Freizeitstätte der wichtigste Termin. "Vorher hatten wir nur weiße Wände", erzählte Sarah nach getaner Arbeit. Die Neunjährige hat kräftig mit angepackt, damit es jetzt bunter aussieht. Im Flur wurden einige Wände rot angestrichen. Besonders mögen die Kinder aber die orange Wand auf der Bühne im Saal. "Die sieht jetzt richtig toll aus", sagt Sarah.

"Das Haus ist aus den 60er Jahren. Eine Renovierung war sowieso nötig", sagte Monika Dittrich. Daher wurde das PE12 von Jugendamtsleiter Reinhold Steins für die Aktion der Bank vorgeschlagen. Parallel arbeiteten 63 weitere Banker in zehn anderen Jugendeinrichtungen in der Stadt. "Für uns ist das einmal eine Abwechslung zum Berufsalltag", erzählte Anke Kögler. Von den Kindern bekomme man außerdem eine ganz andere Form der Anerkennung. Denn die freuten sich einfach nur, dass ihnen jemand ein Geschenk macht. Eines davon war das neue Gemüsebeet im Garten. "Das alte war an der Wand entlang", berichtete Sarah. Das neue ist nun ein kleines Hochbeet, in dem unter anderem Tomaten, Kräuter und Kürbisse wachsen. Gepflanzt haben die Kinder das Gemüse selber. Die Banker hatten zuvor das Beet angelegt.

Für das PE12 passten die Arbeiten in das Gesamtkonzept, das derzeit erweitert wird. Die Einrichtung, die von 13 bis 18 Uhr geöffnet hat, steht allen Kindern offen. Die meisten von ihnen haben einen Migrationshintergrund. Daher bietet das PE12 Sprachkurse für Mütter an. "Das Angebot für die Eltern wollen wir ausweiten", sagt Monika Dittrich. Um solche Projekte voranzutreiben, sagte Jugendamtsleiter Reinhold Steins den Bankern bereits zu, auch im nächsten Jahr wieder Jugendeinrichtungen vorzuschlagen, in denen sich die Bank engagieren kann.

(cli)