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Mönchengladbach: Weniger Apotheken in der Stadt

Mönchengladbach : Weniger Apotheken in der Stadt

75 Apotheken gab es in Mönchengladbach vor vier Jahren. Inzwischen sind es nur noch 67. Vor wenigen Tagen warnte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände vor einem Apothekensterben in Deutschland. Eine Schließung pro Werktag verzeichnet der Verband – sechs in der Woche. Auch Gladbach verschont der Negativ-Trend nicht. "Ein Kollege musste seine Apotheke bereits aus wirtschaftlichen Gründen schließen", berichtet Dirk Lammert, Inhaber der Ulmen-Apotheke an der Lindenstraße und stellvertretender Kreisvertrauensapotheker. Die Sprecherin der Apotheker in der Stadt, Birgit Nellen, stellt fest: "Viele ältere Kollegen bekommen ihre Apotheke nicht verkauft."

6,05 Euro erhalten die Apotheker bei Abgabe eines verschreibungspflichtigen Medikaments. Davon sind alle Kosten wie etwa Personal, Miete, Energie, Zertifizierungen und Labor zu decken. Seit 2004 ist die Vergütung unverändert. "Es gibt momentan keine Fortschritte bei den Verhandlungen", sagt Lammert. Ein Aufschlag von 25 Cent bietet die Bundesregierung an, 1,75 Euro mehr fordern hingegen die Apotheker. "Falls die Vergütung nicht angeglichen wird, wird es auch in Gladbach immer weniger Apotheken geben", warnt Lammert.

Noch an zwei weiteren Fronten kämpfen die Apotheker der Stadt. Eine "deutliche Verzerrung des Wettbewerbs" kritisiert der Inhaber der Ulmen-Apotheke und spricht von den Niederlanden: Dort ist die Mehrwertsteuer auf Medikamente geringer. Zudem sind manche in Deutschland verschreibungspflichtige Medikamente im Nachbarland auch ohne Rezept zu haben. "Man muss sich aber im Klaren sein, dass jeder Euro, der ins Ausland geht, vor Ort fehlt", konstatiert Lammert. Sorgen bereitet den Apothekern darüber hinaus die aggressive Marktpolitik der Arzneimittel-Versandhändler. Das "Billig, Billig" sei aber auf Dauer nicht durchzuhalten, ist sich Lammert sicher.

(RP)