Mönchengladbach: Weibliche Kunst - als globales Anliegen

Mönchengladbach : Weibliche Kunst - als globales Anliegen

Die Ausstellung "In order to join" wird Sonntag im Museum Abteiberg eröffnet. Arbeiten von 14 Künstlerinnen, darunter solche aus Indien, Pakistan und Iran, spiegeln einen aus dem Feminismus entwickelten Wunsch nach Gemeinschaft.

Eine Gruppenausstellung mit globalem Anspruch soll sie sein, die neue Ausstellung "In order to join", die bis März nächsten Jahres im Museum Abteiberg zu sehen sein wird. Wie schon im Konzept der voraufgegangenen Präsentation "Textiles — Opern Letter" dehnt sich das Spektrum der ausgewählten künstlerischen Positionen ins Uferlose. Eine Herausforderung für jeden, hier den roten Faden zu verfolgen.

Eins aber ist eindeutig am Konzept, das die beiden Kuratorinnen, Susanne Titz (Museumsdirektorin) und Swapnaa Tamhane, Kunsthistorikerin aus Toronto mit indischen Wurzeln, mit der Schau erarbeiteten: Es ist Kunst exklusiv von Frauen. Vier von ihnen leben nicht mehr.

Die 14 Künstlerinnen aus Indien, Pakistan, Iran, USA, Kanada, Kuba, Libanon, England und Deutschland gehören der Nachkriegsgeneration an, geboren sind sie zwischen 1948 und 1975. Damit stehen sie für die global erste Generation, in welcher der Feminismus politische Dimension entwickelte, so Titz. Dass in die Zeit, als diese Frauen ihr Leben zu gestalten begannen, eine nach der anderen Krisen fiel— vom Kalten Krieg bis zu religiösen Unruhen in Indien und Pakistan —, hat Auswirkungen auf ihr Kunstschaffen.

Der Titel "In order to join", der von Teilhabe bzw. Mitmachen spricht, beruht auf einer Ausstellung, welche die 1999 gestorbene Rummana Hussain ein Jahr vor ihrem Tod in New York zeigte. Im Abteibergmuseum läuft von ihr eine Performance ("In Between"), die in der Museumshalle über einen Monitor flimmert. Außerdem hat sie ein pavillonartiges Gebäude mit Tragbahren auf dem Boden und Instrumenten an den Wänden bestückt; akustisch wird das Ganze von diffusen arabischen Lauten einer nicht sichtbaren Menschenmenge begleitet.

Faszinierend die Idee der Londoner Punk-Künstlerin Helen Chadwick, auf der Oberfläche geometrischer Holzkörper fotografische Selbstporträts zu montieren. Die Arbeit zeigt Härte in der Auseinandersetzung mit dem weiblichen Körper.

Die Wandzeichnungen von Shelagh Keeley (59) sind in Pastelltönen auf halbtransparente Folie aufgebracht. In einer Nische vor der Treppe zur Gartenebene hat die Kanadierin gar mit Graphit direkt auf die Wand gezeichnet. Die Kritzelspuren längs der Handläufe markieren gleichsam ein Kunstrevier.

Imponierend die großformatigen, gerüstartigen Holzbauten der Iranerin Chohreh Feyzdjou (1955—1996), die schmutzigfarbene Textilstoffe auf Stangen wickelte und 91 Holzkisten mit allerlei Nippes bestückte.

Stolz ist Museumsleiterin Susanne Titz, dass die Ausstellung von der Kulturstiftung des Bundes, vom Land unterstützt wird. Am kommenden Sonntag, 8. Dezember, wird sie um 12 Uhr in Anwesenheit des Oberbürgermeisters eröffnet.

(RP)
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