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Mönchengladbach: Wegen Vergewaltigung vor dem Landgericht

Mönchengladbach : Wegen Vergewaltigung vor dem Landgericht

Als die Polizei im August 2013 in dem Mönchengladbacher Übergangswohnheim eintraf, rief der Familienvater: "Das ist meine Frau, mit der kann ich machen, was ich will. Das geht Sie nichts an".

Doch die 25 Jahre alte Ehefrau des Mannes hatte die Polizei gerufen. Sie beschuldigte den Afghanen (40), sie zum Beischlaf gezwungen zu haben. Seit gestern muss sich der 40-Jährige wegen Vergewaltigung in neun Fällen und gefährlicher Körperverletzung vor der Ersten Strafkammer des Landgerichts verantworten.

Mit Hilfe einer Dolmetscherin schilderte der Angeklagte zunächst die Geschichte seiner Familie vor dem Kriegshintergrund in Afghanistan. "Eine Schule habe ich nie besucht. Es war ja Krieg", sagte der 40-Jährige. Später ging er in den Iran. "Mit 27 Jahren heiratete ich dort meine Frau", so der Angeklagte. Jahre später verließ die Familie das Land und landete zunächst in Griechenland. Mit drei Kindern konnte die Frau bereits im Dezember 2011 in Deutschland den Asylantrag stellen. Der Ehemann konnte mit der ältesten Tochter erst im April 2013 einreisen.

Laut Anklage soll der Mann bereits kurz nach der Ankunft in Mönchengladbach die Mutter seiner Kinder vergewaltigt haben. Im August soll er schließlich mit Schlägen den Beischlaf erzwungen haben. Der Angeklagte entschuldigte sich gestern immer wieder. Ja, er habe einen Fehler gemacht. Aber zu einem überzeugenden Geständnis konnte er sich offensichtlich nicht durchringen. Er habe ja nicht gewusst, dass seine Frau unterleibskrank gewesen sei, war eine der seltsamen Ausreden. "Und was da in der Anklageschrift steht, so etwas mache ich nicht", ließ er durch die Dolmetscherin übersetzen.

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Als dessen Ehefrau den Vater der vier gemeinsamen Kinder gestern belastete und die einzelnen Übergriffe detailliert schilderte, senkte der Mann auf der Anklagebank den Kopf. "Du bist mein Eigentum, ich werde das immer machen, wenn ich das will", habe der Ehepartner zu ihr gesagt, berichtete die Ehefrau im Gerichtssaal.

Am 23. August 2013 hatte die 25-Jährige schließlich die Polizei gerufen und war danach mit den Kindern in ein Frauenhaus gebracht worden. Zuvor hatte sich noch die älteste Tochter des Paares eingemischt: "Papa, warum schlägst du meine Mama?" Dann habe der Mann auch das Mädchen geschlagen, die Kinder vor den Fernseher verbannt und sich erneut mit Gewalt an ihr vergriffen, erklärte die Frau. Der Prozess wird fortgesetzt.

(RP)