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Mönchengladbach: Was Dummy Holger bei einem Unfall passiert

Mönchengladbach : Was Dummy Holger bei einem Unfall passiert

Das wollten sich viele Schaulustige und Polizisten nicht entgehen lassen. In sicherem Abstand von fünf Metern positioniert sich die Menschentraube auf dem Innenhof des Polizeipräsidiums Mönchengladbach vor der für den Test auserkorenen Strecke. Gleich wird es hier einen Unfall geben. Keinen echten, aber einen sehr realitätsnahen.

Daher sind überraschte Aufschreie zu vernehmen, als der Fahrer mit 30 km/h auf Dummy "Holger", dessen Kopf aus einer Wassermelone besteht, zuhält. Im Bruchteil einer Sekunde fliegt und landet die schwerfällige, unbewegliche Puppe zwölf Meter entfernt auf dem Asphalt. Der Melonenkopf – beziehungsweise sämtliche Bruchstücke davon – sind überall verstreut, vereinzelte Teile rollen umher. "Sie sehen, dass der Aufprall bereits bei so geringer Geschwindigkeit enorm ist", erklärt Polizist Erwin Hanschmann (51). Die Umstehenden wirken beeindruckt, nicht jeder hat mit einer solch immensen, brachialen Dynamik gerechnet.

Anschließend wird im Versammlungsraum referiert, Schulamtsdirektorin Ursula Schreurs-Dewies (51) erläutert: "Die Verkehrserziehung ist ein wichtiges Thema, das vor allem in Grundschulen eine große Rolle spielt." Sie verweist auf Dummy "Holger", das gebotene Szenario sei "gruselig" gewesen. Anlässlich der Verkehrserziehung stellt Hanschmann im Anschluss ein interaktives Arbeitsheft für Grundschüler vor; verschiedene Aufgaben, Rätsel und Informationen können spielerisch erarbeitet werden. Weiterführend soll es den Kindern aufzeigen, dass Fahrradfahren Spaß macht, da es ihnen Flexibilität und Mobilität ermöglicht. Mit einer Auflage von 2500 Exemplaren wird das Heft erstmals kostenlos an Grundschüler in NRW ausgeteilt, Vorreiter war Bayern.

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Im Anschluss an die Präsentation holt Hanschmann lächelnd ein rohes Ei sowie einen Miniaturhelm hervor, das Ei wird eingebettet. Aus einer Höhe von anderthalb Metern lässt er den Helm samt Inhalt auf die Fliesen fallen; das Ei bleibt unversehrt. Anschließend lässt er das Ei ungeschützt fallen. Es zerbricht sofort. Danach wiederholt er das Procedere, diesmal mit einer Honigmelone im Helm. Die Melone zerfetzt weder mit noch ohne Helm, sie weist lediglich eine kleine Kerbe auf. "Schüler lachen oft, wenn die Melone auch ohne Helm nicht kaputt geht. Allerdings müssen auch nicht sichtbare Verletzungen einkalkuliert werden, beispielsweise innere Blutungen."

Die Tests veranschaulichen die Folgen eventueller Unfälle. Doch glücklicherweise wissen die meisten Kinder es auch so: Ein Helm ist unbedingt notwendig.

(RP)