Mönchengladbach: Warum Wertschätzung im Job gut für die Gesundheit ist

Mönchengladbach: Warum Wertschätzung im Job gut für die Gesundheit ist

Gegenseitige Wertschätzung am Arbeitsplatz - was muss ein guter Chef tun? Wie können Mitarbeiter im Arbeitsalltag "ihren Fluss" finden? Beim Symposium für Gesunde Arbeit wurde das Zusammen- und Wechselspiel von Unternehmen, Führungskräften und Mitarbeitern im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung näher beleuchtet. Rund um das Motto "Guter Chef tut gut" wurde aufgezeigt, was "gute Chefs" tun können und wie gute Führung in der digitalen Welt aussehen kann. Mit mehr als 130 Teilnehmern verzeichnete die siebte Auflage des Symposiums, veranstaltet vom Fachbereich Oecotrophologie der Hochschule Niederrhein in Zusammenarbeit mit dem REFA-Regionalverband Rheinland, einen Teilnehmerrekord. "Das Thema ist brandaktuell. Die gegenseitige Wertschätzung am Arbeitsplatz spielt in vielen Betrieben eine große Rolle für die Gesundheit", sagte Organisator Professor Jens Wetterau.

Für REFA-Experte Uwe Grebe muss sich ein guter Chef selbst reflektieren können. "Ist mein Vorgehen richtig? Self-Leadership ist gefragt. Es darf nicht darum gehen, anderen seine Werte aufzuwingen", so Grebe. Gute Chefs müssen Mitarbeiter so akzeptieren, wie sie sind. Professor Dieter Wälte gab einen Einblick in die neurobiologische Forschung: "Wertschätzung ist eine positive Bewertung von Menschen und ein menschliches Grundbedürfnis", sagte der Psychotherapeut. Ein Mangel an Wertschätzung könne die Arbeitsleistung und Motivation drastisch sinken lassen und psychische Störungen auslösen. Dass der Chef mit gutem Beispiel vorangehen muss, zeigte Claudio Gärtner in seinem Vortrag auf: "Wenn oben gesunde Arbeit nicht vorgelebt wird, wird es auch unten nicht funktionieren", so der Fachmann von "5 Hände Sport- und Gesundheitsmanagement" Berlin.

Im letzten Vortrag des Tages wurde der Nachwuchs fokussiert. Worauf sich die Chefs einstellen müssen und wie die Azubis heute ticken, beschrieb Professor Manfred Betz von der Technischen Hochschule Mittelhessen. 2016 wurde eine Befragung mit rund 16.000 Auszubildenden zum Thema "Gesundheit" durchgeführt. Das Ergebnis: Zweidrittel der Befragten leiden unter einem Schlafdefizit, ein Drittel braucht länger als 30 Minuten, um einzuschlafen. "Da kann man schon von Schlafstörungen sprechen. Der fehlende Schlaf hat eine herausragende Bedeutung", so Betz. Auslöser sei größtenteils der Medienkonsum. Im Durchschnitt würde der Nachwuchs mehr als acht Stunden pro Tag am Bildschirm, primär am Smartphone, verbringen, so der Experte. Die ständige Verfügbarkeit durch WhatsApp & Co. - auch bis tief in die Nacht hinein - würde Erholungsphasen fast unmöglich machen.

(RP)