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Mönchengladbach: Warnung vor Islamschule in Eicken

Mönchengladbach : Warnung vor Islamschule in Eicken

Eine vom Verfassungsschutz beobachtete Islamschule in Braunschweig steht kurz vor dem Umzug nach Gladbach. In der Moschee an der Eickener Straße haben die Umbauarbeiten bereits begonnen. Sicherheitsbehörden warnen.

Die Moschee an der Eickener Straße ist zurzeit eine Baustelle. Auf rund 1000 Quadratmetern sollen dort Gebetsräume und eine Islamschule entstehen. Der vom Verfassungsschutz beobachtete Verein "Einladung zum Paradies" verlagert sein Zentrum von Braunschweig nach Mönchengladbach. Das bestätigte am Dienstag der stellvertretende Vorsitzende des Vereins gegenüber der Rheinischen Post.

Die Islamschule gilt als eine der wichtigsten Fortbildungsstätten in Deutschland für den so genannten Salafismus. Sicherheitsbehörden warnen: Sie schreiben dieser Strömung eine hochgradig radikalisierungsfördernde Wirkung zu. Hier könnte ein geistiger Nährboden für Terroristen gelegt werden.

Das Islamische Bildungs- und Kulturzentrum Braunschweig war jahrelang im Visier der Verfassungsschützer in Niedersachsen. Jetzt muss sich die nordrhein-westfälische Behörde mit dem Zentrum befassen.

Infostände in den Citys

Bis vor Kurzem war an der Eickener Straße die Moschee des Vereins Massjid As Sunnah untergebracht. Dessen Gründer Sven Lau ist nun stellvertretender Vorsitzender des umstrittenen Vereins "Einladung zum Paradies". Von der breiten Öffentlichkeit unbemerkt fusionierten beide Vereine im Januar.

Sven Lau (29) bestätigte am Dienstag die Fusion und den Umbau der Moschee: "Früher hatten wir 140 Quadratmeter angemietet, jetzt haben wir 1000 Quadratmeter gekauft." Der Kontakt zum Verein "Einladung zum Paradies" sei über den islamischen Prediger Pierre Vogel entstanden. Der 31 Jahre alte Ex-Profiboxer aus Köln, der ebenfalls zum islamischen Glauben übertrat, war oft zu Gast in der Mönchengladbacher Moschee. Auch er gilt als Anhänger der Salafisten.

Das Gleiche gilt für Muhammed Ciftci von der Islamschule Braunschweig. Er ist der Vorsitzende des Vereins "Einladung zum Paradies". Lau, Vogel und Ciftci werben auf der Website des Vereins für den Übertritt zum Islam. "Vor uns braucht keiner Angst zu haben", sagt Sven Lau. "Wir gehen offen auf alle zu, und wir sind offen für alle."

In der Tat hat der Verein in den vergangenen Wochen Interessierte am alten Stadttheater in Mönchengladbach und auf dem Markt in Rheydt über "Einladung zum Paradies" informiert. Zehnmal wurden Infostände beantragt und genehmigt, bestätigte Stadtsprecher Dirk Rütten. Dass der Verein unter Beobachtung stehe, sei jedoch bis jetzt nicht bekannt gewesen.

Sicherheitsbehörden warnen, dass die Salafisten die freiheitlich demokratische Grundordnung grundsätzlich ablehnen. Ihr Ziel sei ein rigider Gottesstaat, wie er in der Frühzeit des Islams herrschte. Außerdem seien frauenfeindliche Tendenzen zu erkennen. So wurden im Januar bei einer bundesweiten Razzia in Moscheen Bücher mit solchen Inhalten gefunden, in denen die Züchtigung von Frauen als gerechtfertigt angesehen wird, wenn keine Knochen gebrochen oder blaue Flecken auf dem Körper hinterlassen werden. Zu den Vorwürfen der Verfassungsschützer sagt Lau: "Wir sind gegen Gewalt, wenn es nicht um Selbstverteidigung geht. Und: Ich bin noch nicht verhaftet worden."

Nächsten Samstag wollen Mitglieder des Vereins an einem Informationsstand in Rheydt über ihre Ziele berichten.

(RP)