Mönchengladbach: Wanloer drohen mit juristischen Schritten

Mönchengladbach : Wanloer drohen mit juristischen Schritten

Verbitterte Grabenkämpfe sind in dem 1198-Seelen-Dorf Wanlo am südlichen Zipfel der Stadt ausgebrochen. Wenn es um den Immissionsschutz geht, der die Bürger ab etwa 2017 vor Staub, Lärm und Licht aus dem Tagebau schützen soll, prallen die Meinungen aufeinander.

Nun ist der Streit eskaliert. Auslöser ist vor allem eine Umfrage, die von fünf Wanloer Bürgern initiiert wurde und zu einem Ergebnis führte, das fünf Minuten vor Beginn der Sitzung den Bezirksvertretern im Stadtbezirk Mönchengladbach-West vorgelegt wurde.

Demnach hatten sich 74,1 Prozent von 375 befragten Bürger für einen Erdwall an der Abbaukante ausgesprochen. Weil auf einer Bürgerversammlung und am Runden Tisch nach intensiven Diskussionen ein ganz anderes Meinungsbild erstellt worden war, stimmten die Vertreter für eine Wand an der Grubenkante. Anschließend lenkte die FDP ein — und will sich nun für den Erdwall an der Grube aussprechen.

"Diese so genannte Umfrage sagt nichts über den Bürgerwillen in Wanlo", sagt Hans-Ludwig Hoffmann. "Das dargestellte Ergebnis ist keineswegs repräsentativ." Der Geschäftsführer der Golfanlage Rittergut Wildenrath gehört zu den Mitgliedern des Runden Tisches, den Bezirksvorsteher Arno Oellers zusammengerufen hatte. Da habe es leidenschaftliche Diskussionen gegeben. "Und letztendlich haben wir uns für die Variante ,Wand an der Grubenkante' ausgesprochen, weil sie einfach die sinnvollste ist."

Hoffmann fordert Geschlossenheit im Dorf: "Wir müssen mit RWE Power und der Stadtverwaltung ganz eng zusammenarbeiten, sonst werden wir zu keiner vernünftigen Lösung finden." Eine Schande für Wanlo sei das unwürdige Verhalten einiger Bürger.

Und er kündigt an: "Wenn die FDP wie sie angekündigt hat, tatsächlich umschwenkt, um dem Bürgerwillen zu entsprechen, werden wir die Rechtmäßigkeit der so genannten Bürgerbefragung juristisch prüfen lassen.

(RP)
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