Mönchengladbach: Wanlo: Streit um Fluglärm

Mönchengladbach : Wanlo: Streit um Fluglärm

CDU und SPD wollen die Wanloer vor Motorflugzeugen schützen. Die möchte der Verein für Luftfahrt öfter einsetzen und hofft auf eine Genehmigung. Schon jetzt gibt es gelegentlich Motorflüge – die viele gar nicht wahrnehmen.

CDU und SPD wollen die Wanloer vor Motorflugzeugen schützen. Die möchte der Verein für Luftfahrt öfter einsetzen und hofft auf eine Genehmigung. Schon jetzt gibt es gelegentlich Motorflüge — die viele gar nicht wahrnehmen.

Dass CDU und SPD gemeinsame Sache machen, kommt nicht so oft vor. Doch den von der CDU auf den Weg gebrachten Vorstoß, den Segelflugplatz in Wanlo weiter möglichst motorfrei zu halten, wollen auch die Sozialdemokraten mittragen. Eine Salami-Taktik befürchten manche hinter den Ausnahmegenehmigungen, die der Verein für Luftfahrt immer wieder beantragt — und auch für 20 Starts pro Jahr bekommt. Thomas Fegers stellt für die SPD fest: "Die Bürger müssen sich auf das verlassen können, was in dem Vertrag vereinbart worden ist." Und Hans-Wilhelm Reiners (CDU) sagt: "Es ist wichtig, den Bürgern sachlich und ohne Parteipolitik zu helfen."

Unterlagen fehlen

Als 2002 die Segelflieger vom Flughafen nach Wanlo zogen, war die Botschaft unmissverständlich: Es sollten ausschließlich Segelflieger starten. 2007 reichte der Verein für Luftfahrt bei der Bezirksregierung den Antrag ein, künftig auch selbst startende Motorsegler und Luftsportgeräte zum Schleppen von Segelflugzeugen und Motorseglern zuzulassen. Die Bezirksregierung erklärte gestern der RP, es fehlten immer noch nötige Unterlagen des Antragstellers. Arend Dechow, Sprecher des Vereins für Luftfahrt, sagte nach einem schon vom Verein bezahlten Lärmgutachten fordere Düsseldorf nun auch noch eins über die Auswirkungen auf die Tierwelt.

Dechow versteht die Aufregung der Nachbarn nicht. "Es geht um Ultraleichtflugzeuge. Das sind die leisesten, die es überhaupt gibt." Zudem wolle man sie nur gelegentlich einsetzen. Der Verein könne sich eine eigene Maschine gar nicht leisten und werde allenfalls ab und an eine ausleihen. Doch das glauben nicht alle Wanloer. Hans-Ludwig Hoffmann, als Geschäftsführer der Golfanlage Rittergut Wanlo unmittelbarer Nachbar des Flugplatzes, hofft, dass der Verein keine Genehmigung bekommt. "Golf und Motorsegler — das passt einfach nicht zusammen", sagt er. Auch der Wanloer Alfred Brücher ist in Sorge. "Wir freuen uns sehr, dass CDU und SPD das Thema jetzt anpacken."

Allerdings gibt es auch Nachbarn, die gar nicht das Gefühl haben, dass man sie vor Lärm schützen muss. Zum Beispiel Andreas Cichy, 2. Vorsitzender der Dorfinteressengemeinschaft Wanlo. "Als der Testbetrieb lief, hat das niemand überhaupt mitbekommen", sagt er. Auch Cichy hält es für wichtig, das Motorfliegen klar zu begrenzen. "Aus den Gesprächen mit dem Verein habe ich aber den Eindruck, dass den Segelfliegern das Problem bewusst ist und sie verhandlungsbereit sind." Cichy verweist auf einen anderen Aspekt der Diskussion: "Der Verein macht unheimlich viel Jugendarbeit und leistet damit Wertvolles für das Dorf."

(RP)
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