Mönchengladbach: Wall oder Wand: Was wird Wanlo schützen?

Mönchengladbach: Wall oder Wand: Was wird Wanlo schützen?

Auf Wanlo kommen die Braunkohlebagger zu – und mit ihnen Staub, Lärm und Licht. Davor sollen die Bürger geschützt werden, deshalb hat RWE Power als Bergbautreibender bereits jetzt Pläne vorgestellt.

Auf Wanlo kommen die Braunkohlebagger zu — und mit ihnen Staub, Lärm und Licht. Davor sollen die Bürger geschützt werden, deshalb hat RWE Power als Bergbautreibender bereits jetzt Pläne vorgestellt.

Bevor der Tagebau etwa 2017 bis 2020 den Ort erreicht, muss ein Immissionsschutz gebaut werden. Die Frage ist nur: Wie wird dieser aussehen? Anfangs hatte RWE einen begrünten Wall entlang der Abbaukante, die etwa 200 Meter von der Wohnbebauung entfernt verlaufen wird, vorgesehen.

Jetzt wurde dem Umweltausschuss die Alternative vorgestellt. Der Wall würde demnach entfallen, an seiner Stelle müsste eine sieben Meter hohe Mauer — die etwa 70 Meter vom nächsten Wohnhaus stehen würde — Lärm, Staub und Licht abhalten.

Lärm der neuen Landstraße

Die Vorteile stellt RWE Power so dar: Die neue Lösung würde für mehr Raum sorgen. Außerdem würde der Standort der Wand näher an das Wohngebiet verlagert. Das hätte zur Folge, dass auch die Lärmbelastung die von der neuen Landstraße ausgehen wird, durch die Lärmschutzwand abgefangen würde.

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Denn die L 354n als Verbindung nach Erkelenz wird unmittelbar am Ort vorbeiführen, in diesem Fall hinter der Wand. Auf der gewonnenen Fläche hätte zudem der Bergbautreibende mehr Platz für die Brunnen, die zwingend angelegt werden müssen.

Nicht klar ist bisher, ob die Wand, die auf jeden Fall begrünt werden soll, die gleiche Schutzwirkung haben würde wie der Wall. Darüber soll ein Gutachten Aufschluss geben. Das allerdings wird erst dann von RWE in Auftrag gegeben, wenn es ein halbwegs klares Votum für die Wand gibt. Und das kann nur die Wanloer Bevölkerung geben. Deshalb hat sich der Umweltausschuss dafür ausgesprochen, die Bewohner noch vor den Sommerferien zu informieren und mit der Problematik vertraut zu machen.

Wobei Fragen offen bleiben werden. Dazu wurde im Ausschuss heftig diskutiert. Horst Hübsch (CDU) etwa sprach von "Effekthascherei", weil eben noch keine gutachterliche Sicherheit bestehe, ob letztlich der Wall oder die Wand effektiver ist. "Wie sollen sich die Wanloer da entscheiden können?"

Und Dr. Michael Graefe von den Grünen sprach von "Heimatverlust" mit einer sieben Meter hohen Wand direkt vor der Nase und dem fehlenden Blick dahinter. Für die Wand spreche, dass sie wieder abgebaut werden könnte, wenn die Bagger weitergezogen sind, betonte Barbara Weinthal vom städtischen Fachbereich Umweltschutz und Entsorgung. Der Wall hingegen würde bleiben — für immer.

(RP)