Mönchengladbach: Wahlplakate: Ärger um die Kabelbinder

Mönchengladbach : Wahlplakate: Ärger um die Kabelbinder

Letzte Wahlplakate hängen noch Stadtgebiet. Für Ärger sorgt die Befestigung. Die Kabelbinder wurden an Laternen zurückgelassen.

Die Linken wollten mehr Rente, die AFD mehr Volksentscheide und die Grünen ein besseres Klima. Zuletzt warben nur noch die Christ- und Sozialdemokraten um Wählerstimmen: Die einen schrieben "Jetzt Reiners wählen!" auf ihre Plakate, die anderen "Bude machts". Hans Wilhelm Reiners machte es dann, noch gestern Nachmittag sah man den CDU-Mann strahlend in der Innenstadt. Von einem Wahlplakat an der Regentenstraße lächelte er den Mönchengladbachern entgegen.

In der Innenstadt blieben die Kabelbinder oftmals zurück. Foto: Inga Methling

Bis zum vergangenen Montag hatten CDU und SPD Zeit, ihre Plakate zur Oberbürgermeister-Stichwahl zu entfernen. Vierzehn Tage räumt die Stadt den Parteien nach einer Wahl ein. Bis zuletzt aber wurden sie im Stadtgebiet gesichtet: Reiners und Bude; Plakate der Grünen, der Linken, von AFD und NPD.

"Es sind die allerletzten Plakate von uns, die jetzt noch hängen", sagt CDU-Geschäftsführer Jochen Klenner. 2000 Exemplare lagerten bereits zur Abholung in der Parteizentrale. Was jetzt noch hängt, sei schlichtweg übersehen worden, sagt Klenner und verspricht: "Wenn Bürger uns Bescheid geben, holen wir das Plakat am selben Tag ab." Auch bei der SPD betont man: "Es können nur noch Einzelne sein." 120 Ehrenamtler hätten die Wahlwerbung in der Woche nach der Stichwahl eingesammelt, sagt Geschäftsführer Hans Smolenaers. Zuletzt seien auch die Überbleibsel eingesammelt worden. "Die Plakate sind jetzt weg", so Smolenaers.

"Die Parteien wissen, dass sie die Plakate entfernen müssen", sagt Stadtsprecher Walter Schröders. Wenn diese ihrer Pflicht nicht nachkämen, würde theoretisch ein Bußgeld fällig. Praktisch aber musste ein solches bisher nie verhängt werden, so Schröders. Er rät: Wer noch ein Plakat sieht, soll sich an die jeweilige Fraktionsgeschäftsstelle wenden.

An wen sich Eugen Viehof wenden soll, weiß er nicht. Viehof ist Vorsitzender des Mönchengladbacher Intitiative "Clean Up", die sich um ein sauberes Stadtbild bemüht. Plakate hin oder her - "vor allem die Kabelbinder ärgern mich gewaltig", sagt er. Mit eben solchen nämlich befestigen die Wahlkämpfenden ihre Plakate. Wer heute etwa über die Bismarckstraße geht, findet an vielen Straßenlaternen die zurückgelassenen reißfeste Plastikbänder.

"Unsere sind das nicht", sagt CDU-Mann Jochen Klenner. "Wir weisen extra darauf hin, dass die Kabelbinder mit eingesammelt werden müssen." Bei 4500 SPD-Plakaten kämen über 30 000 Kabelbinder allein bei der SPD zum Einsatz, rechnet Hans Smolenaers vor. "Wir achten sehr darauf, dass die wieder mitgenommen werden."

Von der Stadt heißt es, zur "rückstandslosen Entfernung" gehöre auch das Befestigungsmaterial. Nur: Wer das Plastik tatsächlich an der Laterne zurückgelassen habe, sei nun schwer nachzuvollziehen.

Die Grünen jedenfalls waren es wohl nicht. Die Partei hängte keine Plakate auf, sondern stellte sie hin, sagt Parteigeschäftsführerin Ulla Brombeis. Ein solcher Aufsteller ist etwa noch am Bismarckplatz zu sehen. Es zeigt ein Plakat zur Bundestagswahl 2013. Das hatte die Partei bisher übersehen.

(RP)
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