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Mönchengladbach: Wahl: Schultz und Püllen treten nicht an

Mönchengladbach : Wahl: Schultz und Püllen treten nicht an

So viele Parteien und Einzelbewerber wollten noch nie in den Rat. Das steht seit gestern offiziell fest. Nicht dabei sind Die Bürgerlichen, die gegen den Ausschluss nicht klagen, und Bernd Püllen (früher FWG). Die AfD hat wenige Kandidaten.

Ein Schultz will Oberbürgermeister werden — und darf sich am 25. Mai auch zur Wahl stellen. Doch es ist Torben Schultz von den Linken und nicht Wilfried Schultz, der einst den Salafisten die Stirn bot. Er wäre gerne als Oberbürgermeister-Kandidat für die von ihm gegründete Partei Die Bürgerlichen angetreten. Auch in knapp 30 der 33 Wahlbezirken wollte die Partei auf den Wahlzettel. Doch Schultz reichte die nötigen Unterlagen zu spät bei der Stadt ein. Das stellte der Wahlausschuss gestern auch ganz offiziell fest. Schultz akzeptiert das. "Wir haben das prüfen lassen: Dagegen zu klagen, wäre Zeit- und Geldverschwendung. Dazu sind wir zu vernünftig", sagte Schultz gestern der RP.

Er ist nicht der einzige, den man allgemein im Rat erwartet hatte und der nun gar nicht zur Wahl steht. Die beiden im Streit aus der FWG ausgeschiedenen Ratsherrn Bernd Püllen und Karl Schippers treten nicht als Einzelbewerber an. Püllen entschied sich gegen eine Kandidatur, nachdem er sich seine Chancen mit Hilfe der Wahlexperten der Stadt hatte ausrechnen lassen. "Faktisch müsste ich meinen Wahlkreis gewinnen, um in den Rat einziehen zu können. Ein gutes Ergebnis hätte ich zwar für möglich gehalten — aber das Direktmandat ist dann doch vermessen", sagte Püllen gestern der RP. Er will sich nicht anderen Parteien anschließen, wiewohl er dazu Angebote bekommen habe. "Ich werde jetzt in Ruhe überlegen, wie ich mich weiter engagieren kann", so Püllen weiter. So gibt es nur einen Einzelbewerber für den Rat, und auch der war bis vor kurzem in der FWG: Peter Blümel tritt in Rheindahlen an, übrigens gegen den Ex-Borussia-Kicker Kalla Pflipsen (FWG).

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Rekordverdächtige zwölf Namen stehen in einigen der 33 Bezirken auf dem Zettel: Neben den schon jetzt im Rat vertretenen Fraktionen und Gruppierungen CDU, SPD, Grüne, FDP, FWG, Linke, NPD und Zentrum hoffen diesmal auch noch die AfD, Pro NRW, Die Partei und Piraten auf den Einzug in den Rheydter Ratssaal. Und die Chancen der vier sind gut. Je nach Wahlbeteiligung werden deutlich weniger als 1000 Stimmen für einen Sitz reichen. Manche der kleineren Parteien können diese Stimmen allerdings nicht in allen 33 Wahlbezirken einsammeln, weil sie in einigen Bezirken nicht die nötigen Unterstützungsunterschriften zusammenbekommen haben. Das gilt überraschenderweise für die Alternative für Deutschland (AfD) in besonderem Maße. Sie hat nur in 15 der 33 Wahlbezirken, also nicht einmal in der Hälfte, eigene Kandidaten. Sowohl die satirische Spaßgruppierung Die Partei als auch die Piraten haben in allen Bezirken Kandidaten, ebenso die NPD. Pro NRW tritt in 30 an. Bei der AfD hatte die Stadt den Hinweis eines Mitglieds zu prüfen, dass die Nominierung der Kandidaten möglicherweise nicht den Vorschriften gemäß abgelaufen sei. Das werteten die Stadt und nach kurzer Debatte gestern auch der Wahlausschuss jedoch anders.

Nachdem Stefan Hintzen (Die Partei) nicht ausreichend Unterschriften für seine Kandidatur als Oberbürgermeister-Kandidat vorweisen konnte, bewerben sich nun zehn Bewerber um das Amt. Neben Norbert Bude (SPD) sind dies Hans Wilhelm Reiners (CDU), Nicole Finger (FDP), Karl Sasserath (Grüne), Daniel Thiel (Zentrum), Torben Schultz (Die Linke), Viola Walendy (AfD), Reiner Gutowski (Piraten), der unabhängige Kandidat Christoph J. Hagmann und Udo Walendy (NPD). Realistische Chancen haben allein Bude und Reiners. Zwischen diesen beiden wird es wahrscheinlich am 15. Juni, drei Wochen nach dem Kommunalwahltermin am 25. Mai, zur Stichwahl kommen.

(RP)