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Mönchengladbach: Wärme aus der Brennstoffzelle

Mönchengladbach : Wärme aus der Brennstoffzelle

Bald soll jedes Haus mit Hilfe eines neuartigen Gerätes nicht nur Wärme, sondern auch Strom selbst herstellen können. Mit der Brennstoffzellen-Heizung würden Haushalte Energie sparen und Emissionen vermeiden.

Helmut Knappstein von der Technische Beratung GmbH sprach von einer "revolutionären Technologie", Hans Grombein, Abteilungsleiter Sonderprojekte von der NVV, von "Seriennähe": Am Dienstag haben die beiden zusammen mit weiteren Vertretern verschiedener Energieversorger im Wasserwerk Helenabrunn das Brennstoffzellen-Projekt für Privathäuser vorgestellt, einer Technologie, mit der Haushalte in Zukunft autark Strom und Wärme herstellen können und, so hieß es zumindest, viel Geld sparen und Emissionen auf ein Minimum reduzieren können.

Test in Mühlheim

Neun Energieversorger aus NRW haben sich vor mehr als zwei jahren zusammengeschlossen und ein Brennstoffzellen-Heizgerät mit dem vielversprechenden Namen Galileo 1000N in ein Einfamilienhaus in Mühlheim an der Ruhr eingebaut, um es bis Ende Mai 2010 im alltäglichen Gebrauch zu testen. 21 000 Stunden war das Gerät in Betrieb — und hat die Betreiber offenbar überzeugt.

"Das Gerät ersetzt den Gas-Heizkessel und erzeugt zusätzlich Strom. Es kann an einen externen Wärmespeicher angeschlossen werden und verfügt über einen Zusatzbrenner, um Leistungsspitzen in der Wärmeerzeugung abzudecken", erklärte Dr. Helmut Knappstein. Brennstoffzellen erlauben es, nahezu schadstofffrei Strom und Wärme aus Erdgas oder — wie in der Original-Konzipierung vorgesehen — aus Wasserstoff zu erzeugen. Das Galileo-System nutzt Erdgas und Sauerstoff und die darin gespeicherte Energie ohne Verbrennung mit Hilfe eines Katalysators— der Unterschied zu normalen Erdgasheizungen.

Auch wenn der Nutzer des Energie-Systems von diesem Prozess nichts mitbekommt, gibt es laut Hersteller auch viele spürbare Vorteile Vorteile: "Im Vergleich zu den konventionellen Systemen spart die Brennstoffzellen-Heizung zwischen 500 und 1000 Euro jährlich", sagt Helmut Knappstein. Von den geringeren Emissionen einmal ganz abgesehen: "Das Hauptprodukt, das bei der chemischen Reaktion in dem Gerät entsteht ist, Wasserdampf. Die Kohlendioxid-Emissionen sind sehr gering", so Knappstein.

Ein weiterer Vorteil sei die Förderung durch die Europäische Union, die sich die Unterstützung dezentraler Heizsysteme auf die Fahnen geschrieben hat. Immerhin fördert sie jede Kilowattstunde mit 5,11 Cent. Und das über einen Zeitraum von zehn Jahren nach der Neuanschaffung.

60 bis 70 000 Euro

In Serie gehen soll das System schrittweise ab dem Jahr 2012. Zurzeit betrage der Preis für ein Brennstoffzellen-Heizgerät noch um die 60 bis 70 000 Euro. "Ab dann geht der Preis nach unten. Am Ende soll ein Gerät um die 10 000 Euro kosten", sagt Georg Grombein.

(RP)