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Mönchengladbach: Von Tibet über Jüchen in die Mongolei

Mönchengladbach : Von Tibet über Jüchen in die Mongolei

Beim Goldmedaillen-Festival zeigt die Gladbacher Filmautorin Michaela Pfeiffer ihren höchstdekorierten Film "Altay".

Während ihres aktiven Schuldienstes hatte die ehemalige Grundschullehrerin Michaela Pfeiffer (68) nicht geahnt, dass sie einmal eine preisgekrönte Film-Autorin werden würde. Seit knapp fünf Jahren gehört sie dem Mönchengladbacher Filmklub "Objektiv" an. Seither vergeht fast kein Jahr, ohne dass Pfeiffer, die aus dem Harz stammt, lange in Jüchen lebte und seit Jahresbeginn in Wassenberg (Kreis Heinsberg) wohnt, ohne "Gold" von landes- und bundesweiten Amateurfilm-Festivals heimkehrte. In Tibet drehte sie "Kailash" über den gleichnamigen heiligen Berg im Himalaya, in Jüchen-Holz dokumentierte sie das Ende des Wasserturms mit ihrem Film "Countdown" — und dann reiste sie in die Mongolei.

"Altay — Land unter dem Mond" ist der Titel ihres neuesten Erfolgs-Reisefilms. Das 25 Minuten lange Opus entstand im Sommer 2010 in der mongolischen Steppe und im Altay-Gebirge sowie in der Hauptstadt Ulaanbaatar (Ulan Bator). Ihr Interesse hatte der Film eines deutschen Filmers geweckt, der bei einem Landeswettbewerb einen Beitrag aus der Mongolei präsentierte. "Ich hatte mit meinem inzwischen verstorbenen Mann zahlreiche Länder bereist, aber in der Mongolei waren wir nie gewesen", erzählt Michaela Pfeiffer. Glücklicherweise kannte sie den mongolischen Reiseleiter Durzii, er verschaffte der 68-Jährigen einen Fahrer mit Geländewagen und eine Dolmetscherin. Dreieinhalb Wochen lang besuchte Pfeiffer das fremde Land, gut zwei Wochen verbrachte sie in der Jurte der Nomadenfamilie Toghoou. "Meine allergrößte Sorge war, ob ich in einer Jurte wohl Strom für meine Akkus haben würde", bangte die Filmautorin. Doch auch in ihren Wohnzelten, die mit leistungsfähigen Holzöfen ausgestattet sind, können die Bewohner fernsehen — die Energie kommt aus Solarzellen.

"Altay" erhielt mehrere Goldmedaillen auf namhaften Festivals des BDFA (Bund Deutscher Film-Autoren). Und so wird Michaela Pfeiffers Goldmedaillen-Film nun als einer von vieren am kommenden Adventssonntag, 1. Dezember, im Carl-Orff-Saal vorgeführt. Das Festival "2013: Die Besten — Goldmedaillen-Filme deutscher Spitzenautoren" organisiert der Filmklub "Objektiv". Der Eintritt ist frei. Das Filmfestival beginnt um 10.30 Uhr.

Bevor Michaela Pfeiffers Film, der mit großartigen Landschaftsbildern und dem Kehlkopfgesang eines "Homi"-Sängers in den Bann zieht, auf die Leinwand gelangt, laufen Filme über die segensreiche Wirkung von Klangschalen, über Menschen aus dem Sombaland (Benin und Togo) und über "Die Erben der Seelilien" im Carl-Orff-Saal. "Es sind die besten Amateurfilme dieses Wettbewerbsjahres auf Bundesebene", versichert Objektiv-Klubleiter Professor Gerhard Comelli.

(RP)