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Theaterkarrieren in Mönchengladbach: Elaine Ortiz-Arandes: Von der Adele zur Kammersängerin

Theaterkarrieren in Mönchengladbach: Elaine Ortiz-Arandes : Von der Adele zur Kammersängerin

Die ersten drei Jahre ihrer Opernlaufbahn, von 1985 bis 1988, verbrachte die Sopranistin am Theater Mönchengladbach.

Dem Bruno-Walter-Preis der Metropolitan Opera in New York ist es zu danken, dass im Jahre 1984 eine junge puerto-ricanische Sängerin den Weg nach Deutschland und dann rasch auch an die Vereinigten Bühnen Krefeld / Mönchengladbach fand. Die Rede ist von Elaine Arandes, die in den Jahren 1985 bis 1988 das Ensemble des Zwei-Städte-Theaters mit ihrem silbrigen, koloraturensicheren Sopran und quirligen Spiel bereicherte. Elaine Ortiz-Arandes, geboren in Puerto Rico, absolvierte mit Erfolg das dortige Konservatorium und wurde durch zahlreiche Liederabende in ihrer Heimat bekannt. Sie nahm zeitgenössische puerto-ricanische Musik auf, musizierte mit barocken Kammermusikensembles, sang als Solistin mit dem Nationalen Sinfonieorchester Puerto Rico und debütierte an der dortigen Oper.

In ihrer Zeit am hiesigen Haus war sie unter anderem die kokette Adele in der "Fledermaus", die Balkis in Haydns "Unverhoffter Begegnung", die Luigia in "Viva la Mamma" und vor allem eine unvergessene Olympia ("Hoffmanns Erzählungen") mit blitzenden Koloraturen und unbegrenzt erscheinender Höhe. Seit mehr als 25 Jahren ist Elaine Ortiz-Arandes nun Mitglied im Ensemble des "Gärtnerplatz-Theaters" in München. Ihr Opernrepertoire ist riesig — nur einige der von ihr am renommierten Münchner Haus gestalteten Partien seien hier genannt: Gilda (Rigoletto), Pamina (Zauberflöte), Cio-Cio-San (Madama Butterfly), Micaela (Carmen), Frau Fluth (Lustige Weiber), Susanna (Figaro), Antonia (Hoffmanns Erzählungen), Norina (Don Pasquale).

Mit einer ihrer Glanzpartien, der Violetta in "La Traviata", konnte die Sängerin in einer Harry-Kupfer-Inszenierung für die erkrankte Naomi Nadelmann mehrfach an der Komischen Oper Berlin gastieren. Von einem weiteren aufregenden Gastspiel erzählt die Künstlerin: "1996 wurde die Gärtnerplatz-Inszenierung der Mozart-Oper "Die Gärtnerin aus Liebe" vom Theater Montpellier (Südfrankreich) übernommen. Von dort wurde ich als Sandrina angefragt, meine Partnerin war die berühmte Sopranistin Margret Marshall. Doch in München gab es damals die Oper in deutscher Sprache — nun musste ich in zehn Tagen alles auf Italienisch können — das war der pure Stress."

Soeben hatte, auch für Ortiz-Arandes, Händels "Semele" in München Premiere — sonst lässt es die Sängerin, die bereits stolze Großmutter von vier Enkelkindern ist, ein wenig ruhiger angehen. Am 13. April 2014 wird sie — nach einem Liederabend, den sie mit der Pianistin Anke Schwabe im Münchner Cuvilliés-Theater geben wird — zur Kammersängerin ernannt.

(oeh)