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Mönchengladbach: Volksverein punktet als Jobvermittler

Mönchengladbach : Volksverein punktet als Jobvermittler

"Noch nie haben wir mehr Menschen in Arbeit vermittelt als vergangenes Jahr", stellt Matthias Merbecks, Prokurist des Volksvereins, mit Blick auf die Jahresbilanz 2016 fest. Von 187 Teilnehmern konnten 66 ein Beschäftigungsverhältnis auf dem regulären Arbeitsmarkt aufnehmen. "Verkauf, Lager, Baugewerbe", zählt Merbecks die Branchen auf, in die besonders häufig vermittelt werden konnte. Noch positiver klingen die Angaben im Ausbildungsbereich. "Alle, die bei uns eine Ausbildung gemacht haben, fanden im Anschluss einen Arbeitsplatz", sagt Volksverein-Geschäftsführer Wilfried Reiners.

Finanziell ist 2016 nicht so zufriedenstellend verlaufen: Die gemeinnützige Gesellschaft gegen Arbeitslosigkeit hat ein Defizit von knapp 154.000 Euro zu verkraften. Das kam aber nicht ganz überraschend. "Wir haben uns entschlossen, die Holzwerkstatt fortzuführen, obwohl wir wissen, dass wir damit keine Kostendeckung erreichen können", erklärt Reiners. Allerdings wurde umstrukturiert: Kleinere Aufträge werden kaum noch angenommen, stattdessen wird in erster Linie für gemeinnützige Einrichtungen produziert. Es werden keine Tischler mehr ausgebildet, wohl aber Fachkräfte für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice. Ebenfalls zum Defizit beigetragen hat die Einstellung weiterer hauptamtlicher Mitarbeiter.

Auch im Beratungsbereich ist der Volksverein aktiv. "Es kann wichtig sein, bei der Umorientierung zu unterstützen", sagt Merbecks und nennt ein Beispiel: Wenn eine Bürokauffrau jahrelang nicht in ihrem Beruf gearbeitet und nach vielen Bewerbungen keinen Erfolg habe, sei es sinnvoll, über Alternativen nachzudenken und es vielleicht im Verkauf zu versuchen. "Wir besprechen mit den Teilnehmern, was sie erreichen können und unterstützen sie bei den Bewerbungen", erklärt Merbecks. Vor allem aber helfen die Leute vom Volksverein dabei, Vermittlungshindernisse beiseite zu räumen. "Kinderbetreuung ist bei Alleinerziehenden immer noch ein Problem", sagt der Prokurist.

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Auch gesundheitliche Probleme stehen der Arbeitsaufnahme oft im Weg, dann brauchen die Teilnehmer Unterstützung bei der Wahrnehmung von Gesundheitsangeboten. Deutlich wird in diesen Maßnahmen aber auch, dass es eine Gruppe gibt, die dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung steht. Den 66 Teilnehmern, die einen Arbeitsplatz fanden, stehen 38 gegenüber, die aus den unterschiedlichsten Gründen keine berufliche Perspektive mehr haben.

Für die Zukunft hat sich der Volksverein zwei Ziele gesetzt: weiterhin die Problematik der Langzeitarbeitslosen im Bewusstsein der Öffentlichkeit wachzuhalten - und wieder eine schwarze Null zu erreichen. "Wir setzen verstärkt auf Veranstaltungen, um unsere Unterstützer zu erreichen", sagt Kronen. Es gilt schließlich, Spenden und Fördermittel zu akquirieren. Der Volksverein benötigt immerhin mehr als 400.000 Euro Spendenmittel bei einer Bilanzsumme von 2,8 Millionen. "Kostendeckende Arbeit ist bei unserer Zielgruppe nicht vollständig zu gewährleisten", sagt Reiners. "Solidarität ist und bleibt nötig."

(RP)