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Mönchengladbach: Vier Männer wegen schweren Raubes vor Gericht

Mönchengladbach : Vier Männer wegen schweren Raubes vor Gericht

Seit gestern muss sich das Angeklagten-Quartett wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung vor der Ersten Strafkammer des Mönchengladbacher Landgerichts verantworten. Den Überfall auf einen Wegberger in dessen Wohnung sollen die 35, 32, 38 und 28 Jahre alten Waldnieler aber bereits im Januar 2012 verübt haben. Zum persönlichen Hintergrund sagen die Angeklagten eher bereitwillig aus. Zum Anklagevorwurf wollen sie wenig oder gar nichts sagen. Nur der 28-Jährige lässt sein Geständnis, eine erstaunliche Geschichte, durch seinen Verteidiger vortragen. Er verdächtigt einen Wegberger, an einem Diebstahl von Kettensägen vom Gelände seiner Eltern beteiligt gewesen zu sein. Das silberfarbene Fahrzeug des Wegbergers sei auf dem Hof seiner Eltern gesehen worden. Er habe seine Waldnieler Freunde überredet, mit ihm zu dem Wegberger zu fahren, ihn zur Rede zu stellen. Der habe wertvolle Uhren gestohlen. Die wolle man ihm abnehmen und anschließend zur Polizei bringen. "Ich wollte, dass der Wegberger hinter Schloss und Riegel kommt", so der 28-Jährige gestern im Gerichtssaal. Doch dann sei das Ganze damals aus dem Ruder gelaufen. Der Wegberger sei verprügelt worden.

Dass es damals nicht beim "Zur Rede stellen" und "Verpassen einer Abreibung" geblieben war, wurde gestern im Gerichtssaal auf einem Video deutlich sicht- und vor allem hörbar.

Wütendes Schreien war von dem Video zu hören: "Hol alles raus, die Uhren? Wo sind die restlichen Klamotten?". Die Eindringlinge steigern ihre Drohungen. "Ich schlag dich tot. Gib die ganze Kohle raus. Wir sind keine Hampelmänner". Kästen mit vermeintlich teuren Uhren werden auf dem Video gezeigt. Einer ruft: "Guck mal, eine Breitling, das wird mein Führerschein". Der 28-Jährige, der das Quartett in die Wohnung gebracht hat, staunt: "Da wurden Sachen zusammengepackt. Es gab keine Gegenwehr".

Später war klar, die angeblich so teuren Uhren waren billige Plagiate. Das hatte ein Juwelier den Männern klar gemacht. Nachdem das Video beendet war, breitete sich im Gerichtssaal Schweigen aus.

Der Prozess vor der Ersten Strafkammer wird am kommenden Freitag mit Zeugen fortgesetzt. Das Gericht hat für den Fall insgesamt drei Prozesstage geplant.

(RP)