Mönchengladbach: Vier Jahre Gefängnis wegen 13-fachen Betruges und Diebstahls

Mönchengladbach : Vier Jahre Gefängnis wegen 13-fachen Betruges und Diebstahls

Der Angeklagte (47) hatte bereits zu Prozessbeginn vor der Ersten Strafkammer des Mönchengladbacher Landgerichts ein Geständnis abgelegt. In sieben Anklageschriften hatte die Staatsanwaltschaft dem Roma zahlreiche Betrugsfälle, mehrmaliges Fahren ohne Fahrerlaubnis, aber auch Erpressung und räuberischen Angriff auf eine Kraftfahrerin vorgeworfen. Die Erste Strafkammer verurteilte den vorbestraften Bewährungsversager jetzt zu einer vierjährigen Gefängnisstrafe.

Allerdings war am Ende von Erpressung und räuberischem Angriff auf eine Kraftfahrerin keine Rede mehr. Übrig blieb ein hartnäckiger Betrüger und Dieb, der sich wahrscheinlich nie ändern würde, so ein Gutachter.

Eine 72-jährige Taxifahrerin schilderte im Gerichtssaal, was sie mit dem Angeklagten erlebt hat. Am 2. September ließ er sich von ihr nach Düsseldorf fahren und gab ihr dafür 70 Euro. In Düsseldorf verlangte der Fahrgast 50 Euro zurück. Dann forderte er einen zweiten Fünfziger. Als sich die Fahrerin weigerte, schrie er sie an: "Stell dich nicht so an." Auf der Weiterfahrt riss er ihr schließlich das Portemonnaie aus der Hand und nahm alle Geldscheine an sich. Mit deren EC-Karte hob der Roma 500 Euro ab. Protestierte die Taxifahrerin, schrie er sie ständig an, sie solle ihn nicht linken. Aus Angst habe sie das alles gemacht, erklärte das eingeschüchterte Opfer.

Am nächsten Tag gelang es dem Angeklagten außerdem, die 72-Jährige zur Hergabe von 1400 Euro für ein Geschäft mit hohem Gewinn zu bewegen. Das Ausrasten des Fahrgastes im Taxi ohne tätliche Angriffe werteten die Richter weder als Erpressung noch als räuberischen Angriff auf einen Kraftfahrer. Übrig blieben Diebstahl, Betrug in 13 Fällen und Fahren ohne Erlaubnis. Dabei war es ihm gelungen, eine Zahnärztin und eine Kieferorthopädin dazu zu bringen, ihm insgesamt 48000 Euro anzuvertrauen. Nach Erfolg seines "Geschäftsmodells" versprach er den Frauen die Rückgabe des Geldes und 20 Prozent Gewinn. Als der Roma begriff, dass er eine längere Haftstrafe zu erwarten hatte, bat er die Familie um Hilfe. Noch während der tagelangen Gerichtsverhandlung gelang es ihm, sich nahezu 50 000 Euro zu beschaffen. Noch im Gerichtssaal wurden die Opfer entschädigt. Danach wurde das Urteil verkündet.

(RP/ac)