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Mönchengladbach: Viel Bewegung im Monforts-Quartier

Mönchengladbach : Viel Bewegung im Monforts-Quartier

Die Gastronomie ist in Betrieb, das Textiltechnikum wird jetzt eingerichtet: Fast zwei Drittel aller Flächen sind bereits vermietet. 2014 sollen für die alte Eisengießerei Ideen entwickelt werden. Gespräche mit einem Interessenten laufen.

Ein Schlachtbetrieb hatte sich bereits beworben, um den alten Sportplatz auf dem Monforts-Quartier zu bebauen. "Das haben wir abgelehnt", sagt Erich W. Bröker, Vorstand der Krefelder Jagenberg AG, dem Investor. Das Vorhaben wäre nicht wirklich im Sinne der Weiterentwicklung des Geländes auf der Schnittstelle zwischen Gladbach und Rheydt gewesen. Zumal der angestrebte Mix aus Industrie und Dienstleistung, Gastronomie, Ausbildung und Textiltechnikum sich gut anlässt. "Wir haben hier viel mehr investiert, als wir ursprünglich wollten", sagt Bröker über das Projekt, das jetzt mit der Eröffnung des Restaurants "Kette & Schuss" und dem zeitgleichen Startschuss für den Umzug des Textilmaschinendepots einen weiteren Meilenstein feierte — und an das alle Beteiligten ganz offensichtlich glauben. "Hier wird der Masterplan erstmals Realität", sagt OB Norbert Bude.

 Das alte Direktorenhaus ist das Herzstück des Monforts-Quartiers mit seinen 28 000 Quadratmeter großen Maschinenhallen.
Das alte Direktorenhaus ist das Herzstück des Monforts-Quartiers mit seinen 28 000 Quadratmeter großen Maschinenhallen. Foto: MQ (2), Stadt

Einer der Gründe: Ursprünglich hatte Jagenberg vorgehabt, einen klassischen Gewerbepark auf dem Areal an der Schwalmstraße realisieren. Doch dann ergab es sich, dass es ganz andere Firmen in die teils wunderschönen historischen Gebäude zog. Etwa den Caterer Noi!, der jetzt seinen Hauptsitz im Direktorenhaus unterhält und im Kasino sein erstes eigenes Lokal betreibt. "Wie so vielen Neu-Gladbachern fiel mir das Gebäudeensemble bei der Fahrt zur Zulassungsstelle erstmals ins Auge", sagt Gründer Thorsten Neumann. Andere Dienstleister folgten — die Werbeagentur Kemmerling etwa, das Design-Studio Studio 77, das Beratungsunternehmen Duisberg Teams, aber auch der Medizingerätehersteller Rein Medical. Alstom Grid und Hephata haben Flächen angemietet. Und die A. Monforts Werkzeugmaschinen GmbH, seit der Insolvenz 2010 in russischer Hand wiedererstarkt, ist in den Hallen geblieben und lebt die Monforts-Tradition fort.

 Das erste Ausstellungsstück des Textiltechnikums, eine Kreuzspulmaschine der Eickener Firma Franz Müller, wurde bereits angeliefert.
Das erste Ausstellungsstück des Textiltechnikums, eine Kreuzspulmaschine der Eickener Firma Franz Müller, wurde bereits angeliefert. Foto: Stadt
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Fast zwei Drittel aller Flächen des Monforts-Quartiers seien bereits vermietet, in diesem Jahr wolle man sich speziell der Entwicklung besagter Sportplatzfläche und der alten Eisengießerei widmen, sagt Bröker. Saniert und renoviert wird stets erst dann, sobald ein konkreter Interessent da ist. Bezüglich der Eisengießerei werden offenbar bereits Gespräche geführt — es soll sich um ein Unternehmen aus der verarbeitenden Industrie handeln.

Die verarbeitende Industrie früherer Tage wird das Textiltechnikum abbilden: Die Sammlung historischer Webstühle und Textilmaschinen "wandert" in den kommenden Tagen und Wochen von den Boetzelen Höfen in die Monforts-Hallen. Ein erstes Stück, eine Kreuzspulmaschine aus der Nachkriegszeit der Firma Franz Müller aus Eicken, schwebte bereits bei der "Kette & Schuss"-Eröffnung unter den Klängen des alten Monforts-Betriebschors und unter den Augen von Dr. Karlheinz Wiegmann, Direktor des Museums Schloss Rheydt, in die Halle.

"Es ist fantastisch, was aus diesem Gebäude geworden ist. Es ist ein würdiger Raum für einen historischen Schatz", sagt Rolf Königs, Vorsitzender des Rheinischen Textil- und Bekleidungsverbandes, Borussia-Präsident und Geschäftsführer der Aunde-Group.

(RP)