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Mönchengladbach: Viehofs ziehen in Villa Hecht

Mönchengladbach : Viehofs ziehen in Villa Hecht

Die vier Viehof-Brüder lassen das Gründerzeit-Haus samt Park originalgetreu sanieren. Es wird dann von außen so aussehen wie vor rund 100 Jahren. Die renovierte Villa Hecht wird Ende des Jahres Sitz ihrer Vibro-Gruppe.

Die denkmalgeschützte Villa an der Ecke Beethoven-/Mozartstraße wird am Ende von außen fast genau so aussehen vor 100 Jahren. "Um den Park wieder herzustellen, arbeiten wir mit historischen Fotos", berichtet Klaus Viehof. Doch damit die vier Brüder ihre weit verzweigte Unternehmensgruppe aus dem Baudenkmal steuern können, sind erhebliche Umbauten nötig. "Vom Keller bis zum Dach packen wir praktisch alles an", sagt Eugen Viehof. Einem Teil der Fassade sieht man noch die Kriegsschäden an. Die gesamte Technik, von der Heizung über die Elektrik, muss komplett neu installiert werden. Auch die Fenster werden ausgetauscht. Da heute niemand mehr mit Kutschen vorfahren mag, wird eine Tiefgarage unter die Villa gebaut. All das in steter Abstimmung mit der Denkmalbehörde. Keine Frage: Es gibt leichtere Wege, sich einen neuen Firmensitz zuzulegen.

Doch die Viehofs nehmen die Mühe gerne in Kauf und verstehen ihre Entscheidung auch als "klares Bekenntnis zum Standort Gladbach". Seit neun Jahren sitzt die Vibro-Gruppe im Menge-Haus am Berliner Platz. Das erlebt gerade viel Wandel. Die Santander-Bank zieht aus; die Vibro-Gruppe wird die vierte Etage spätestens im Dezember räumen. "Es war immer klar, dass dieser Standort für uns eine Übergangslösung ist", so Eugen Viehof. Die Villa Hecht hingegen soll langfristig zum Firmensitz werden. Es ist das zweite größere Projekt binnen eines Jahres in Gladbach. Vibro finanzierte das Medizentrum, das im Sommer an der Dahlener Straße eröffnet wurde.

Die 16 Mitarbeiter, die von Mönchengladbach aus die vielfältigen geschäftlichen Aktivitäten der Brüder steuern, werden in der Villa Hecht auf zwei Etagen 800 Quadratmeter für Büros nutzen. Im Obergeschoss entsteht eine kleine Wohnung. Dort wird die hoch betagte frühere Haushälterin von Meta Hecht wohnen. "Sie lebt dort seit den 50er Jahren. Darum haben wir ihr angeboten, weiter dort bleiben zu können", so Eugen Viehof.

Meta Hecht hatte ihre Villa der Stadt vererbt. Die hat davon allerdings nach wie vor nichts. Die über 600.000 Euro, die der Verkauf an einen Privatmann vor knapp 13 Jahren brachte, liegen brach. Sie können in einer Bürgerstiftung für kulturelle Zwecke nur genutzt werden, wenn auch Privatleute Kapital für die Stiftung spenden. So sieht es das nordrhein-westfälische Stiftungsrecht vor.

(RP)